Acht Wege zum kalten Bier

Tipps zum Bierkühlen

Das Reinheitsgebot ist kürzlich 500 Jahre alt geworden. Etwa 499 Jahre und 364 Tage alt dürfte damit die entscheidende Frage auf Festival-Campingplätzen sein: »Wie krieg ich das verdammte Bier kalt?«. Hier sind sie: die acht Wege zu kaltem Bier.
Illustration: Alexandra Ruppert

Sockenkühlung

Socke oder Handtuch in Wasser tränken, über die Bierdose ziehen und in die pralle Sonne stellen oder noch besser so, dass die Dose schattig und zugig steht. Das Sockenwasser verdunstet und produziert dabei Verdunstungskälte – ein Prinzip, nach dem auch Kühltürme funktionieren.

Düngerkühlschrank

Im Gartenfachmarkt besorgt man sich eine größere Menge Stickstoffdünger. Der Dünger wird im Verhältnis 2:1 mit Wasser gemischt. Aufgrund einer chemischen Reaktion kühlt das Wasser stark ab. Eine Flasche Bier, die man in die Dünger-Wasser-Mischung stellt, lässt sich so auf etwa zehn Grad abkühlen. Da die Mischung klebrig werden kann, schützt man die Dosen am besten mit Gefrierbeuteln.

Erdkühlung

Auf dem Campingplatz ein großes Loch graben, das ausreichend Bierdosen fasst. Das Loch sollte etwa einen halben Meter tief sein. Aus Erde und Gras wird eine Abdeckung gebastelt, die möglichst dicht abschließen muss. Unter diesem Deckel bleibt das Bier im Erdreich auch tagelang bei angenehmer Trinktemperatur. Achtung: Das Umgraben des Campingplatzes ist unter Umständen bei den Securities nicht gern gesehen, fragt vorher lieber nach.

Trockeneis

Bei Trockeneis handelt es sich um gefrorene Kohlensäure. Es gibt sie im leicht ergoogelbaren Fachhandel in fester Form (Schnee, Granulat, Blöcke) recht günstig (fünf Kilogramm für etwa 20 Euro). Je nach Lagerung hält sich Trockeneis etwa ein bis fünf Tage. Mit Trockeneis und etwas Wasser lässt sich Bier in Minutenschnelle herunterkühlen. Aber Vorsicht: Bei Trockeneis besteht Verletzungsgefahr. Nicht direkt berühren und auf gar keinen Fall in Getränke geben.

Grillkühlung

Eine kleine Mulde in sandigen Untergrund buddeln. Ein paar Bier hineinlegen und mit einer Schicht Sand abdecken. Das Ganze mit Spiritus tränken und abfackeln. Paradoxerweise wirkt das Feuer auf das Bier kühlend, weil es seine Energie aus dem Sand holt und Wärme entzieht – das Bier wird schön kühl. Vorher unbedingt die Feuerbestimmungen der Veranstaltung lesen und beachten.

Kuttereis

Gibt es im Metzgereibedarf oder im Gastro-Großhandel. Dabei handelt es sich um das gleiche Eis, mit dem Fisch in der Auslagetheke im Supermarkt gekühlt wird. Es ist preiswert, aber schwer zu bekommen. Vorteil: In einer Kühltasche hält sich das Eis locker bis zu vier Tagen.

Schichtkühlung

Eine Kühlbox mit Bierdosen füllen, wieder entleeren und die Dosen in drei gleich große Gruppen aufteilen: Ein Drittel wird im Kühlfach eingefroren. Das andere Drittel wird im Tiefkühlfach auf etwa ein Grad gekühlt, das letzte Drittel kommt ganz normal in den Kühlschrank. Nun wird die Kühlbox dreilagig befüllt: gefroren nach unten, angefroren in die Mitte, kühlschrankkalt nach oben. Ein nasses Handtuch auf der offenen Kühlbox sorgt zusätzlich für Verdunstungskälte.

Selbstkühlendes Bierfass

Nicht die günstigste Variante und hohes Pfand, dafür gibt’s das kalte Bier auch noch frisch gezapft. Ohne Strom und ohne Vorkühlen wird das Bier im selbstkühlenden CoolKeg mittels Verdunstungskälte binnen 45 Minuten abgekühlt und bleibt den ganzen Tag über auf Temperatur.