Ibeyi, Sudan Archives, The Wombats und mehr

So war es beim Maifeld Derby 2018

Wir haben es bereits angekündigt: Das Maifeld Derby kann einem nur ans Herz wachsen ob seines liebevollen Charms, der nicht nur jedes Jahr wieder aufs neue schafft zu überraschen. Er überzeugt.

Text: Sophia Sailer ,
Foto: Christian Hedel

Einmal abgesehen von einem Booking, das hinsichtlich seiner Vielfalt (Hallo, liebe Festivalwelt da draußen, es gibt weibliche Künstler, die Musik machen und sie ist wunderbar! Bucht sie!) und Qualität ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, gibt es in Mannheim ziemlich leckeres veganes Essen, ein eigens zusammengestelltes Bier-Line-up und was das Hipster-Herz eben sonst noch vermeintlich begehrt: Vintage Mode, selbstgenähte Jutebeutel und Poster können neben dem üblichen Merch käuflich erworben werden.

 

Dazwischen ist aber noch ganz viel Platz für einen Haufen an Gefühlen. Bei der Steckenpferddressur wurden Tränen gelacht – Props gehen raus an den schauspielerisch begabten Matrosen, der hoffentlich gewonnen hat! Kinnladen fielen bei Golden Dawn Arkestra und Fenne Lily ließen einen ziemlich großen Kloß in den Hälsen zurück. Ähnlich verhielt es sich mit anderen Künstler*innen auf der Parcours d‘Amour-Bühne, die man gemütlich von der Tribüne aus im Sitzen ansehen konnte. Zumindest solange, bis man von Sudan Archives zum Tanzen oder von ORI für Standing Ovations aus den Sitzen gelockt wurde. Wenn man sich fragt, wie Empowerment klingt, dann weiß das Maifeld Derby nach diesem Jahr eine Antwort darauf. Sowohl Ibeyi als auch Tank and the Bangas verstehen es, ihre außergewöhnliche Musik in Szene zu setzen und das Publikum voll mitzunehmen. So unterhaltsam The Wombats auch sein mögen, an derartige Performances kommen sie nicht heran. Aber so ein bisschen Konfetti, Rumgehüpfen und Mitgrölen darf ja zwischendurch durchaus auch mal sein.

So banal folgender Punkt auch sein mag, so tragend ist seine Rolle auf Festivals – hat er nicht etwa dem ein oder anderen Open Air ein abruptes Ende bereitet. Ihr ahnt es: die Rede ist vom Wetter. Und dieses hätte wahrlich nicht besser sein können, um sich gebührend von dem kleinen aber feinen Festival zu verabschieden, das dieses Jahr als Rundum-Sorglos-Paket daher kommt. Man steht nirgends ewig an, der Campingplatz ersäuft vielleicht in Dosenbier, nicht aber in Müll und eine Besucherin meinte irgendwann »Oh, ich hatte ganz vergessen, dass die Securities hier ja sogar nett sind«. Wenn es sich dabei um eine Veranstaltung von Nerds für Nerds handelt – so die Aussage des Veranstalters – dann sagen hier einmal ein Haufen Nerds »Danke« für ein wunderbares Maifeld Derby 2018!