Nicht immer nur Flunkyball und Wikinger Schach?

Versuch doch mal Kabaddi!

Diese Sportart vereint all das, was ein Festivalspiel braucht: leichtfüßiges Taktieren, die Bollywood-Dramatik eines Shahrukh Khan, simple Regeln und entblößte (Bier)bäuche.
Aber alles der Reihe nach: Der südasiatische Mannschaftssport Kabaddi – der aussieht, wie eine Mischung aus Ringen und Fangspiel – ist vor allem in Indien beliebt, wo er neben Cricket die zweiterfolgreichste Sportart darstellt: So schart die 2014 gegründete ProKabaddi-Liga pro Turnier etwa 435 Millionen Zuschauer um die Fernseher. Der Sport selber braucht nicht viel als willige Spieler und ein wenig Spielfläche – ideal für den Festival-Campingplatz!
Zum Ablauf: In zwei Teams stehen sich jeweils sieben Spieler auf einem rechteckigen Feld – aufgeteilt in zwei Hälften – gegenüber. Abwechselnd schicken die Mannschaften jeweils einen Spieler (den Raider) in die gegnerische Hälfte, mit dem Ziel einen der Gegenspieler abzuschlagen (gemeint: eine simple Berührung, kein Fausthieb) und ohne weiteren Kontakt in die eigene Hälfte zurückzukehren. Ist der Angriff erfolgreich, so erhält die angreifende Mannschaft einen Punkt. Gelingt es der gegnerischen Mannschaft wiederum den Angriff zu vereiteln, indem die Spieler den Raider zu Boden reißen und festhalten, erhalten sie einen Punkt. Ein abgeschlagener Verteidiger muss das Spielfeld verlassen, ebenso ein Raider, dessen Angriff vereitelt wurde. Ist auch der letzte Spieler einer Mannschaft ausgeschieden, ist das Spiel vorbei.

So weit, so simpel. Die versprochene Dramatik bekommt das Spiel vor allem mit dieser Sonderheit: Während sich der Raider in der gegnerischen Hälfte befindet, darf er nicht atmen und muss, um das zu beweisen, permanent »Kabaddi, Kabaddi, Kabaddi, ...« rufen – ein Begriff der sich aus den tamilischen Begriffen kai (Hand) und pidi (Riegel) zusammensetzt. Aus dem Hindi entlehnt, bedeutet er gleichzeitig »Luft anhalten«.

Das Spiel selber kommt zwar ohne Alkohol aus, wir haben uns jedoch zwei Variationen überlegt um ihn zu integrieren:

1. Immer wenn ein Spieler das Spiel verlassen muss, muss er »zur Strafe« einen Kurzen trinken.
2. Während der Angriff vom Raider erfolgt muss sein Team so schnell es geht (wie bei Flunkyball) Bier exen – bis der Angreifer zurück im eigenen Feld ist.

Außerdem wichtig – der richtige Dresscode: Kurze Hose, nackter Oberkörper. So soll selbst Buddha gerne Kabaddi gespielt haben, um potentiellen Ehefrauen seine Stärke zu demonstrieren. Also Bauch raus und Luft anhalten.