Full Metal Village, Project X, Into The Wild und weitere

10 Filme gegen den Post-Festival-Blues

Wir bekämpfen den Post-Festival-Blues in diesem Herbst von der Couch aus: mit zehn Filmen, die Festivalfeeling verbreiten.
Text: Hanna Rose ,
Text: Henrike Schröder ,
Foto: Bartosz Ludwinski

Full Metal Village

»Wacken, 3D«, »Wacken – Der Film«, »Full Metal Village«: Dem Phänomen Wacken Open Air wurde mittlerweile in etlichen Filmen versucht auf den Grund zu gehen. Dem deutschen Dokumentarfilm der koreanischen Regisseurin Cho Sung-hyung gelingt das aber auf jeden Fall am charmantesten, denn sie rückt das kleine norddeutsche Dorf samt 1800 Einwohner in den Mittelpunkt der Geschichte.

Into The Wild

Das College gerade mit Auszeichnung abgeschlossen pfeift der 20-jährige Christopher McCandless auf das Jurastudium, zerschneidet seine Kreditkarte und trampt Richtung Alaska in die Wildnis. Ergänzt man noch eine Bierbong, Flunkyball und Konzerte haben wir das moderne Festivalmärchen.

Woodstock

Mit mehr als 1000 Filmrollen reiste der Kameramann und Filmregisseur Michael Wadleigh mit seiner Crew 1969 zum Woodstock Festival. Aus insgesamt 200 Kilometer Filmmaterial entstand der gleichnamige Film – am Schnitt war unter anderem auch Martin Scorsese beteiligt – der 1970 in die Kinos kam und sich zu einem riesigen finanziellen Erfolg entwickelte. Ein Jahr später gab’s dann sogar den Oscar als »bester Dokumentarfilm«.

We are Your Friends

In Reviews zu dem Film wird vor allem die vorhersehbare Handlung kritisiert, die untergeordnete Rolle der Musik und die abgedroschene Message à la: Finde dich selbst und zieh dein eigenes Ding durch! Ja, das ist kein Film der im hippen Programmkino läuft, sondern seichte Samstagabend-Unterhaltung – mit Zac Efron!

Magical Mystery

Nüchtern unter Ravern – Frisch aus der Psychiatrie entlassen und überrascht vom Mauerfall braucht Karl Schmidt, gespielt von Charly Hübner, ein neues Standbein. Durch einen Zufall wird er DJ-Betreuer für eine Gruppe aufstrebender Berliner Techno-Stars und geht mit ihnen auf Klubtournee, einzige Bedingung: er darf keine Drogen nehmen. Bei ihrem wilden Roadtrip würden sie bestimmt auch auf der Nature One und dem Parookaville haltmachen.

Project X

»Das sind viel mehr als 100 Leute.« – Der Alptraum aller Eltern, sie sind im Urlaub, die Sprösslinge schmeißen eine Party und diese eskaliert. Eigentlich will Thomas nur seinen Geburtstag in kleinem Rahmen feiern um in der Schule beliebter zu werden. Aber es kommt, wie es kommen muss, das kleine Get-Togehter wird zur totalen Eskalation inklusive zahlreicher mehr oder weniger geladener Gäste, Unmengen an Alkohol, einer guten Portion Sex und einem Auto im Pool. Szenen, die an einen Festival-Campingplatz erinnern.

Raving Iran

Musik machen – und zwar die, die man will. Das ist für uns selbstverständlich. Nicht aber im Iran. Da gilt es, sich den harschen Vorschriften der Regierung zu unterwerfen. Der Dokumentarfilm »Raving Iran« begleitet zwei DJs bei ihrem Kampf gegen das repressive Regime und auf dem Weg zur Verwirklichung ihres Traums: ein Gig auf dem Lethargy Festival in der Schweiz.

Metal: A Headbangers Journey

Nachdem der kanadische Kulturanthropologe Sam Dunn seine Diplomarbeit über guatemaltekische Flüchtlinge schrieb, entschied er sich dazu eine Kultur zu erforschen der er selber angehört: Metal. Mit der Dokumentation »Metal: A Headbangers Journey« versucht er mit bestehenden Klischees aufzuräumen und interviewte dafür zahlreiche Musiker der Metal-Szene, aber auch Soziologen, Musikwissenschaftler, Musikjournalisten, Fans und Groupies.

Glastonbury – The Movie in Flashbacks

Das legendäre Glastonbury Festival ist eines der ältesten Open-Air-Festivals in Europa. Die Erfolgsgeschichte begann 1970, damals öffnete ein junger Farmer aus Südwestengland namens Michael Eavis erstmals seine 60 Hektar große Ackerfläche für ein Wochenende und lud eine Handvoll Bands ein. 1.500 Leute kamen damals, heute sind es 100 Mal so viele. Die Dokumentation transportiert das Beste aus über 100 Stunden südenglischem Festivalspektakel.

Berlin Calling

Drogen und Musik – die beiden Dinge treiben DJ Ickarus (Paul Kalkbrenner) an. Inspiriert von illegalen Substanzen, die sein volles kreatives Potential erst zur Entfaltung bringen, schraubt er an einem neuen Album. Seine Exzesse gipfeln in einem Zusammenbruch und er wird in die Psychiatrie eingeliefert, wo dem Polytoxikomanen dringend zu einer Entziehungskur geraten wird. Ein tragikomisches Gesellschaftsporträt der genusssüchtigen Rave Generation, das ein bisschen an den Sleepless Floor auf dem Melt erinnert.