Metal Küsse auf dem wahren Festival der Liebe

Feuchte Küsse, Trockener Mund: Wacken 2016

August, der schönste Teil des Sommers ist vorbei. Es fängt wieder an öfter zu regnen – es ist wieder Zeit für Wacken.
Text: Julian Ehmer ,
Foto: Wilhelm Rinke
Das Wacken Open Air bot auch dieses Jahr wieder die üblichen Bilder von Schlamm, harten Jungs und Jeans-Kutten. Seit Jahren wird dieses Klischee von grölenden Besuchern, in die Höhe gestreckten »Pommesgabeln« und total verdreckten Menschen genutzt, um im gleichen Atemzug zu beteuern, wie nett Metalheads trotz ihres Aussehens sind und wie gut das Festival trotz aller Differenzen in das kleine Dorf Wacken integriert ist.

Wir wollen eine Geschichte abseits dieser üblichen Bildsprache erzählen. Gerade heute, ist es schön ein anders Bild zu zeichnen. Weg von grimmig guckenden Metalheads, weg von Weltuntergangsstimmung und trotzdem: Full Metal Wacken.
Feuchte Küsse, Trockener Mund: Wacken 2016
Bild: Wilhelm Rinke
Um mit dieser oft missbrauchten Ästhetik zu brechen haben wir versucht Unschuld und kindliche Naivität zwischen den Klischees zu finden. Und was könnte kindlicher sein als Trinkpäckchen, was liebevoller als ein spontaner Kuss? Also zogen wir los über die Kuhfelder von Wacken, bewaffnet mit unserer KissCam und einem Rucksack voller Trinkpäckchen. So kam es zu herzlichen Gesprächen, neuen Kontakten, skurrilen Geschichten und allerlei Absurditäten – und eben diesen Fotos.