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Die Sonne und Du
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Sziget 2013 – Die Highlights vom Freitag

Mit Blur, Calexico, Seeed und einer irischen Band, die nicht zu stoppen ist...

Der für viele Besucher mittlerweile fünfte Festival-Tag ist angebrochen, doch von Müdigkeit oder Null Bock ist nichts zu spüren - der Freitag begeisterte mit einem extracoolen very british Headliner und ein kleiner Sturm verschafft Abkühlung, endlich!

Nummer Fünf: Irish Stage

Neben den Hauptbühnen bietet das Festival noch unzählige kleine Bühnen. Eine besondere Perle ist hier der Irish Pub. Hier gibt es zwar leider kein Guinness und das ganze ist eine Open Air-Angelegenheit. Dennoch bricht vor der kleinen Bühne eine Party aus, als Pat McMullan And Friends bei ihrem vierten (!) Sziget-Auftritt in dieser Woche »500 Miles« von den Proclaimers im Celtic-Style covern. Dank How I Met Your Mother gibt es mittlerweile wahrscheinlich kaum eine Person vor der Bühne, die nicht mindestens das »Da da lat da« mitgröhlen kann. Sláinte!

 

Nummer Vier: Die Sziget-Special-Parties

Die lassen sich was einfallen, die Veranstalter des Sziget – jeden Tag gibt es mindestens eine Special-Party, davon die coolsten definitiv auf dem Platz vor der Hauptbühne: Gestern am Donnerstag wurden rund 10000 Sziget-Windrädchen verteilt, heute werden 1000 riesige blaue Beach Balls auf die Menge losgelassen und verleiten jeden der anwesenden Festivalbesucher zu kindischem Spieltrieb. Später des Abends kann man sogar den einen oder die andere sehen, die die Außenhülle der Wasserbälle zu einem schicken Kleidungsstück verarbeitet hat. Schützt nicht nur vor Regen! Am Samstag wird dann eine Color-Party erwartet – ob der regnerischen Wetterprognosen vielleicht keine gute Idee, aber Publikum ist garantiert!

 

Nummer Drei: Seeed

Gerade neigt sich die Sonne dem Horizont als das selbsternannte »mobile Reggae-Sondereinsatzkommando« Seeed die Bühne betritt. Gewohnt lässig, gewohnt stilbewusst, gewohnt schick und perfekt durchchoreographiert. Die Show der Berliner untermalt nicht nur die herrliche Atmosphäre, die jeden Abend bei Sonnenuntergang auf der Insel herrscht, das Publikum scheint völlig elektrisiert vom Sound der Kombo. Seeed fahren mit Hits wie »Schwinger« oder »Wonderful Life« auf, das Live-Set wird außerdem mit Remixes von Justin Timberlake und dem Kanye/Jay-Z-Klassiker »Niggas in Paris« und einer Trommel-Kombo gepusht. Viele der eigentlich deutschen Songs, haben Seeed für das internationale Publikum umgeschrieben – doch egal ob Deutsch oder Englisch, der Menge gefällt was dort auf der Bühne passiert und jeder schüttelt was er hat. Tasty, catchy, dancy.

 

Nummer Zwei: Calexico

Im Vorfeld muss man den Jungs von Calexico schon eines lassen – sie haben sich am heutigen Freitag auf jeden Fall die schönste Bühne für ihren Auftritt ausgesucht. Die »OTP Bank World Music Party Main Stage« (und ja, die heißt wirklich so) liegt wunderhübsch an einem kleinen mit Lampions geschmückten Wäldchen und an einem Hang, auf dem sich um kurz vor acht ziemlich viele Festivalbesucher räkeln und entspannen. Calexico sind sichtlich gut drauf und das Instrumentarium auf der Bühne kann sich wie immer sehen lassen: Gitarren, Kontrabass, Trompeten, ein riesiges Glockenspiel… Die Mischung aus unterschiedlichen Musik-Richtungen wie mexikanischem Mariachi, Folk- und Country-Rock, Latin Jazz oder Desert-und Gringo-Rock und den halb spanischen und englischen Texten gefällt und der Platz vor der Bühne füllt sich immer mehr. Die Band lässt es sich auch nicht nehmen, einem der Bandmitglieder ein ausgiebiges Geburtstagsständchen zu widmen und ein paar kleine Witzchen zu reißen. Definitiv das entspannteste Konzert des Tages!

 

Nummer Eins: Blur

Schon die Massenbewegungen zur Mainstage hin lassen erahnen, dass sich dort Großes anbahnt. Im Chor stimmen die wartenden Fans »Tender« an, kurz nach halb Zehn ist es dann endlich soweit – Blur entern die Rock-Pop-Main-Stage auf dem Sziget Festival, Erinnerungen werden wach, Träume werden wahr. Es kommt einem vor als wäre es erst gestern gewesen, als sich Blur und Oasis einen Machtkampf der Extraklasse geliefert haben. Das ist an diesem Augustabend aber längst vergessen und verziehen. Der Gemeinschaftschor bricht während des gesamten Gigs nicht ab, Damon Albarn genießt das Bad in der Menge, glückliche Gesichter überall. Gut eine Stunde lang darf sich die Menge von Blur verzaubern lassen, nach einer kurzen Verschnaufpause kommen die Jungs zurück auf die Bühne und belohnen das Publikum mit vier Zugaben, am Ende der von allen erwartete »Song 2«. Blur liefern eine großartige Show – als ob sie nie weg gewesen wären. Danke, Blur.

 

TEXT: Florian Genau;Sabine Haydl;Nadja Neqqache   FOTO: Sabine Mittermeier