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Die Sonne und Du
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Berlin Festival 2012

Das war der Freitag!

The Killers, Sigur Rós und mehr: Bevor in wenigen Stunden der zweite Tag auf dem Berlin Festival anbricht, lassen wir die Ereignisse de gestrigen Nacht noch einmal Revue passieren.

Alle Fotostrecken, News und Videos findet ihr unter intro.de/berlinfestival

Freitag, 23:04, Mainstage
Brandon Flowers spricht. Es ist so ziemlich das erste Mal, dass er sich abseits eines hastigen »Thank You« an die Menge wendet. Auf das Backdrop im Hintergrund werden verschiedenste Animationen projeziert, die eher an Bildschirmschoner erinnern und The Killers wirken so manches Mal wie eine Avatar-Formation aus Guitar Hero, aber ihre Songs sind letztlich Hits. Eine große Menge Menschen hat sich vor der Hauptbühne versammelt, auch wenn es regnet und der Sprühnebel noch bis weit unter die Überdachung geweht wird.Es mag eine Las-Vegas-Show in aller Vorhersehbarkeit sein, aber die Liedauswahl hält das Festival unter Strom. »Somebody Told Me« wird schon früh verheizt, später folgen auch noch große Cover-Nummern wie »Shadow Play« von Joy Division oder »Forever Young« von Alphaville.

Freitag, 21:00, Mainstage
Sigur Rós versuchen, auf das Geschehene eine Antwort zu finden. Ihre Antwort lautet: Massivität. Geigenbögen fahren über E-Gitarren, die scheinbar noch eine Spur unerbittlicher braten, und damit die sonst so mysteriöse Aura der Isländer festivaltauglich machen. Ohne Zweifel ist dieser Auftritt beeindruckend, auch wenn sich das Publikum unter der Überdachung des Flughafengebäudes drängt und nur die wirklich Harten harren direkt frontal vor der Bühne aus. Sie wissen: Diese Band ist kein schneller Genuss, hier gibt es Kunst zu hören. Und den schmalen Grad zwischen Eskapade und Pop zu treffen, das schaffen Sigur Rós wie kaum jemand sonst.
 
Freitag, 20:36, Hangar 5
Tocotronic sind noch mittendrin in ihrem staatstragenden Set aus beliebt-, wie teilweise auch etwas abgeschliffenen Gassenhauern der nerdy Entfremdung, da schäumt es im etwas subversiveren Hinterzimmer, dem Hangar 5, am anderen Ende des Geländes komplett über. Frittenbude ist die Macht, kann man gar nicht anders sagen, wenn man die Massen sieht, die die Band einrahmen. Da hilft auch das priviligierte AA-Bändchen nicht. Der horstige Ticker-Runner muss das Opernglas rausholen, um die Pandas und Delfine hüpfen zu sehen. Na, zumindest kommt die Musik gut bis nach hinten durch. Und mit Musik sind natürlich Beats gemeint. Bei »Mindestens in 1000 Jahren« drehen alle kollektiv durch, die Band geht von der Bühne. Allerdings nur um kurz darauf wieder zu erscheinen. Jakob von der Band hat sich mit der Zeit vertan, man hat ja noch eine Viertelstunde. Oops. Deutschland, deine Kiffer. Sympathisch, unpraktisch und geil. Frittenbude, oi!

Freitag, 20:15, Berlin Music Week Stage
Während die Kids nebenan zu Frittenbude und ihrer Tierkostüm-Show abfeiern, füllen sich allmählich die Reihen vor der Berlin Music Week Stage. Ghostpoet betritt mit Gitarrist und Drummer die kleine Bühne und haut nach einem kurzen »Hello Berlin« gleich die ersten Loops raus. Vom ersten Takt hat der Londoner mit seiner sehr eigenen Mischung aus Rap und elektronischen Klängen die volle Aufmerksamkeit der Crowd. In der kurzen halben Stunde seines Auftrittes spannt sich der Spannungsbogen stetig, bis am Ende Ghostpoet selbst seine etwas kühle britische Art ablegt und dem Publikum auf seine Kommando »Now everybody, let's jump« nur eines einfällt: Springen.

Freitag, 20:15, Hangar 4
Kein leichtes Unterfangen gegen Tocotronic anzuspielen, die gerade mal drei Songs in ihr Set sind, als Grimes anfängt. Aber zum einen weiß die Kanadierin natürlich eh nicht, wer diese deutsche Band ist, die nebenan alte Hits in neuen nordisch-metallischen Interpretation darbietet und ist dementsprechend unbedarft locker. Und zum zweiten, und viel wichtiger, hat sie sich mit ihrem Album auf 4AD sowieso eine ziemliche große Fanbase erspielt, die nun gezielt für sie im sehr gut gefüllten Hangar 4 erschienen ist. Grimes Set beginnt sphärisch und verliert sich so erstmal ein bisschen im Stimmgewirr vor der Bühne, schwillt aber peu a peu an, bis die elektronischen Beats nicht mehr nur den Klangteppich unter ihre gehauchte Stimme geben, sondern sie geradezu antreiben, ja anstacheln – mit dem Ergebnis, dass Grimes nicht mehr ganz so Mädchenhaft klingt, sondern energisch groont sich auch mal gegen den Sound um sie herum stellt, und das sind die Momente, die ihr besonders gut stehen.

Freitag, 20:00, Mainstage
»Dieses! Lied! Geht! Um! Desillusion!« Die Rockstarbrechung Tocotronics hat eine gewisse Routine angenommen. Und auch die Wirkung der einstmals so geliebten Songs der ersten drei Alben verpufft, wenn sie von vier solch reifen Herren interpretiert werden. Lowtzow & Co. spielen sich vor durchgestrichenem Bundesadler durch ihre Diskographie, starten mit »Freiburg« und »Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein« und erreichen ihre Höhepunkte im einsetzenden Sprühregen bei den mysteriös ausladenen Stücken der Mittelphase. Neue Songs haben sie schon vorher im Interview ausgeschlossen. Trotzdem – damals im Kick im Herford war's besser. 

Freitag, 17:45, Mainstage
Kunterbunt und glitzernd betreten Little Dragon die Bühne. Sängerin Yukimi und ihre drei Jungs füllen die Bühne am frühen Freitagabend. Neben den üblichen Normalos tauchen nach und nach Verkleidungen in der Menge auf: Neongrüne Blazer, Gesichtsbemalungen und bodenlange Geisha-Kleidchen tanzen aufgekratzt zu den sphärischen Elektrobeats mit zuckersüßem Mädchengesang.

Freitag, 17:05, Hangar 5
Die Jugend tanzt. Friends zelebrieren Four-To-The-Floor im bunten Neonlicht. Von den Wänden schallen Bass und Schlagzeug zurück, sorgen für eine wuchtige Klangkulisse. Man freut sich schon jetzt, dass Major Lazer später diese Bühne beschallen werden.
Freitag, 16:20 Uhr, Mainstage
Soul-Pop-Talent Michael Kiwanuka taucht die Hauptbühen trotz bewölktem Himmel in güldene Sonnenstrahlen. Der junge britische Songwriter und seine Band schaffen es, den warmen Klang des Debütalbums auf die Rollbahn von Tempelhof zu holen. 60's Folk trifft auf Bill Withers, ein sehr früher Höhepunkt des Festivalwochenendes.

Freitag, 15:26 Uhr, Hangar 5
Wo melancholische wie kakophone Slacker-Gitarren durch den Hangar hallen, können Die Heiterkeit nicht weit sein. Dass man sich von dem Namen des Hamburger Trios nicht täuschen lassen sollte, dürfte bereits allseits bekannt sein.

Freitag, 15:00, Mainstage
Eine dichte Klang-Fläche schwappt von der Mainstage auf das zahlreich erschienene Publikum und gibt zumindest für Unbedarfte erst mal gar keinen Hinweis auf den radiotauglichen Indie-Folk-Rock der isländischen Of Monsters Of Men. Trotz schwieriger Uhrzeit wissen die Reykjavíker das Publikum zu überzeugen.

Freitag, 14:00, Mainstage
Feuerwerk, Korkenknallen, Konfetti: Brandt Brauer Frick eröffnen pünktlich um 14 Uhr das Berlin Festival 2012. Mit fast einem Dutzend Musikern auf der Bühne performt das Berliner Multiinstrumental-Projekt vor unerwartet gut gefüllter Bühne, mittendrin die drei Kernmitglieder Daniel BRANDT, Jan BRAUER und Paul FRICK.

Berlin-Festival: Alle Bands auf einen Blick:

Björk, Blur, Dillon, Fritz Kalkbrenner, Klaxons, Mia., My Bloody Valentine, Pet Shop Boys, Tomahawk, Turbostaat, Villagers, Audionite, Bastille, Ben Pearce, Booka Shade, Bosnian Rainbows, Breakbot, Busy P, Capital Cities, Charli XCX, Claptone, Cocolores, Delphic, Die Orsons, DJ Shadow, Djedjotronic, Dumme Jungs, Ellen Allien, Ellie Goulding, Get Well Soon, Graf von Bothmer, Hoodie Allen, Is Tropical, John Talabot, Justice, LE1F, Left Boy, Maxim, Miss Kittin, OK Kid, Pantha du Prince, Parquet Courts, Pool, Round Table Knights, Röyksopp, Ruen Brothers, S O H N, Savages, SCNTST, SebastiAn, Shir Khan, Strip Steve, Tale Of Us, The Sounds, White Lies