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Die Sonne und Du
(Albumname)
 
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Bootboohook 2012

So war’s in Hannover: »Last Chance to Dance«

Kleine, auf einzelne Genre spezialisierte Open Airs sind im Kommen. Neben Festivals wie dem Haldern Pop oder dem Appletree Garden entwickelt sich in Hannover mit dem Bootboohook ein weiterer Stern am Kleinfestivalfirmament.

24.-26.08.2012, Hannover, Kronsbergpark

Drei Bühnen, ein kleiner Campingplatz, kurze Wege und ein Ikea mit HotDogs und Betten direkt nebenan. Gibt es bessere Bedingungen für ein entspanntes Festival bei bestem (Ausnahme Sonntag) Wetter? Das Label Tapete Records hat sich da schon eine schnieke neue Location für das Bootboohook ausgesucht. Das bisher im Kulturzentrum Faust stattfindende Festival startet dieses Jahr im Kronsbergpark in eine neue Ära: weit weg von sich beschwerenden Anwohnern kann hier bis zum frühen Morgen getanzt, gefeiert und vor allem Musik gemacht werden. In den späten Nachtstunden sorgen Künstler wie Hans Nieswandt, Die Vögel und die DJ's von King Kong Kicks für tanzbare Beats.
 
Der Campingplatz ist zwar eng, fördert somit aber das gegenseitige kennen lernen der Festivalbesucher. Denn wenn kein Platz mehr ist, dann lässt sich ein Zelt an Zelt-Gedränge direkt auf den Sonnenplatz der Nachbarn nicht vermeiden. Doch nach einem gemeinsamen Bier auf Kosten der zu spät Gekommenen ist auch diese Tat verziehen und das Festival wird gemeinsam verbracht.
Der Ikea nebenan kommt ebenfalls gut an: sei es, um das schwere Gepäck mit Hilfe von Einkaufswagen zu transportieren, um mal eben einen leckeren Hot Dog zu verspeisen, die unzähligen Betten des Möbelgeschäfts durchzuprobieren oder einen Ficus zu kaufen, der bei den Konzerten ordentlich mitrockt. Der Ikea kann in allen Lebenslagen weiterhelfen.
 
Ein frühes Highlight: Am Freitagabend spielen die Japandroids aus Vancouver. Zwei Menschen stehen auf der Bühne, doch schon nach den ersten Akkorden ist klar, dass sie die Hauptbühne mehr als ausfüllen. Nach einem verhaltenen Start des Publikums klebt der Staub des Kronsbergparks bereits gegen Halbzeit in ihren glücklichen, verschwitzten Gesichtern. »Last Chance to Dance« leitet Brian King den letzten Song ein und das Publikum gibt noch einmal alles.
 
Herausragend: The Whitest Boy Alive. So stimmungsgeladen, dass ein Zuschauer nach dem nächsten die Bühne stürmt, um mit dem Sänger zu tanzen. Genau genommen sind es zwei, aber das muss man auch erstmal schaffen. Nach einem kurzen Konflikt zwischen den Securitys, die die Fans mit einem festen Griff von der Bühne holen, und der Band, die sich für ihre wagemutigen Fans einsetzt, ist die Stimmung erst einmal raus. »I'm sorry, I lost my focus here« entschuldigt sich der Frontmann der Band. Doch gemeinsam mit dem anfeuernden Publikum schafft die Band es wieder auf das stimmungsgeladene Level des Anfangs zurück, und das Konzert wird doch noch ein Highlight des Festivals.
 
Gaëtan Vandewoude und seine Band ermöglichen den Festivalbesuchern am Sonntag eine trockene Pause auf der Tent Stage. Die Musik der Isbells schafft dazu die nötige Wärme fürs Herz. Wenig Text, aber wenn, dann umso direkter: »I want you dead or gone, I never want to see you again« heißt es in »Stoalin«. Und bei den Ansagen wird dann auch umso mehr geredet. Publikum und Band verstehen sich auf Anhieb. Mehrmals müssen sie einen Song von vorne beginnen, woraufhin Naima Joris ihrem Bandkollegen die Schuld gibt: »Immer ist er zu früh«, erklärt sie dem Publikum. Der belgische Gaëtan versteht leider (oder zum Glück) kein Deutsch. Als nur noch fünf Minuten Zeit für zwei Songs sind, wird wenigstens in den Refrain des zweiten Songs reingespielt: »So you can get an idea of the song«.
 
Auch Dear Reader spielt sich mit ihrer Band bei ihrem vorerst letzten Konzert in die Herzen der Fans. Es ist eine spezielle Stimmung bei diesem Abschlusskonzert einer lang andauernden Tour. Der Schlagzeuger dürfe nun endlich mal sein eigenes Ding machen, erklärt Cherilyn lachend das unerwartete Ende eines Songs. Ihre sympathischen Ansagen schließt sie mit dem Aufruf, sich auf die nächste Band zu freuen: »Enjoy Boy« ruft sie und leitet damit das letzte Konzert des Festivals ein.
 
Das Bootboohook kann wirklich stolz auf dieses gelungene Wochenende sein. Alles Planen und die lange Suche nach einem neuen Gelände haben sich gelohnt, der Kronsbergpark ist dem Festival würdig. Da kann man auch die Unebenheiten im Boden verzeihen – und solange der große Kopf vor einem in der Erdkuhle steht, ist sowieso alles gut.

BootBooHook: Alle Bands auf einen Blick:

Black Rebel Motorcycle Club, Frittenbude, Herrenmagazin, Laing, Lukas Graham, Maxïmo Park, The Thermals, Two Gallants, Andreas Dorau, Die Höchste Eisenbahn, Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, Fuck Art, Let's Dance!, Hero & Leander, Jacco Gardner, Jack Beauregard, Kadavar, Melody's Echo Chamber, Naked Lunch, Neo Rodeo, OK Kid, Roosevelt, Scott Matthew, The Courteeners, The Funeral Suits, The Hidden Cameras, Torpus & The Art Directors, Tusq, We Were Promised Jetpacks