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Die Sonne und Du
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Roskilde 2012

So war der Freitag: Jack White und der Ekelfaktor

Unsere Redaktionsmitarbeiterin Lara Muhn läuft über das dänische Roskilde Festival, schaut sich verdutzt um und berichtet täglich über die größten Überraschungen und besten Konzerte.

Wer schon mal bei Rock am Ring oder vergleichbaren Festivals war, der kann sich vielleicht zumindest ansatzweise vorstellen, was passiert, wenn noch mal zusätzliche rund 30.000 Zuschauer auf einem Festival aufeinander prallen und es
dazu auch noch regelmäßig wie aus Eimern regnet. Die Toilettenwagen sind für Normalsterbliche inzwischen schon absolut unbenutzbar und man gleitet bei der Wanderung über das Gelände von einer Gestankwolke in die nächste. Den fröhlichen Dänen scheint das jedoch überhaupt nichts aus zu machen.
 

So auch am Freitagabend, als nach einem eher mäßigen Festivalnachmittag Jack White das gefühlt komplette Festival vor der Orange Stage versammelte. Wie leergefegt wirkten die Fressmeilen und Toilettenwagen, an denen normalerweise
10-Minuten-Schlangen herrschen. Mit weißem Hut und schwarzem Anzug spielte Jack White sein gesamtes Repertoire. Solo-Nummern und jede Menge White Stripes-Songs.

Deutlich übertroffen wurde Jack White jedoch durch Sonic Youth-Gitarrist Lee Ranaldo, der im kleinen Odeon-Zelt bewies, dass er ganz eindeutig einer der besten Musiker unserer Zeit ist und sicher den einen oder anderen überraschte, der nicht damit gerechnet hatte, dass dieses Konzert das Highlight des Tages werden würde.

Ganz klar enttäuscht haben am Freitag Gossip. Ziemlich dünner Sound und eine aufgekratzte Beth Ditto nahmen der den eigentlich sehr unterhaltsamen Gossip-Liveauftritten die Spannung. Wer sich zuvor noch auf das HipHop-Potpourri
an der Cosmopol-Stage mit Grieves & Budo, Macklemore, Evidence und Sage Francis angetan hatte, wird jedoch ohne Probleme später noch ein Licht am Ende des Tunnels gesehen haben. Zwar hatten die Rapper ihr Publikum tausend Mal besser im Griff, als am Vorabend Robert Smith, musikalisch enttäuschten die Gigs leider durch die Bank.

Nachdem das Roskilde heute erneut vom Regen geweckt wurde, ist es inzwischen trocken und die vielen Besucher warten sehnlichst auf Bruce Springsteen, Bon Iver und neuerdings auch Reptile Youth, die heute Abend kurzfristig für Penguin Prison einspringen werden.