Hamburgs Festival für zeitgenössische Musik im November

Greatest Hits für Kenner

Grisey, Eötvös, Partch – das sind die Komponisten, aus denen das Greatest Hits gemacht ist. Man merkt sofort: Es geht schon mal nicht um die Greatest Hits der Popmusik...
Text: Carsten Schumacher
Gérard Grisey ist der Godfather of Spectral Music, Peter Eötvös ist in dieser Saison Composer in Residence bei der Elbphilharmonie und Harry Partch ist ein recht eigenbrötlerischer Klangtüftler und Instrumentenbauer. Von eventuellen Chart-Entrys dieser Musiker ist wenig bekannt und dennoch heißt ihre größte Gemeinsamkeit »Greatest Hits«. Gemeint ist damit in diesem Fall keine Aufhäufung von Gassenhauern, sondern Hamburgs Festival für zeitgenössische Musik in seiner fünften Ausgabe.

Gassenhauer wären in dem Zusammenhang eher die Werke von Bach, Stockhausen und Maurizio Kagel, die der NDR Chor unter Leitung von Philipp Ahmann zum besten gibt. Diese Stücke sind jedenfalls fast konventionell im Vergleich zum Rest des Programms.
Greatest Hits Festival
Bild: Alessandro Alex Fibbi Photograpgy
Besonders interessant klingt die Installation des Klangforschungsinstituts Tempo Reale aus Florenz. »Symphony Device. Sound Theatre for Machines«, heißt ihre Performance, bei der Dinge des täglichen Lebens ihr konzertantes Eigenleben ausleben dürfen. Das gilt vom Bakelit-Telefonapparat mit mechanischer Wählscheibe über die elektrische Kaffeemühle bis hin zu Schwingschleifer, mehreren Nadeldruckern bis hin zur Höhensonne.

Also, Popkultur-Freaks: Wer die Einstürzenden Neubauten (Frühwerk) mag, könnte hier ruhig mal vorbeischauen.