Toast und Scheiblettenkäse statt Haute Cuisine

Fyre Festival 2017: Luxus-Festival endet im Chaos

»Das wirkliche Erlebnis übersteigt alle Erwartungen« heißt es im Teaser-Video zum Fyre Festival. Und auch wenn anders als gedacht – so ganz unrecht hatten die Veranstalter mit dieser Aussage nicht.
Text: Henrike Schröder
Endlose Strände, feinstes Essen, ein exklusives Publikum aus Millionären, Instagram-Stars, Promis und Topmodells und Konzerte der angesagtesten Acts: Damit warb das Fyre Festival – organisiert von Rapper Ja Rule. Die günstigsten Tickets gab es für umgerechnet fast 3000€, VIP-Tickets für knapp 230.000€. Trotzdem waren die 3000 Tickets des Festivals – das auf der namensgebenden Bahamas-Insel Fyre stattfinden würde – schnell weg.
Doch schon als die ersten Gäste die Insel erreichten, stellte sich das Festival ganz anders dar: Aus Haute Cuisine wurde Toast mit Scheiblettenkäse neben ein paar Salatblättern in einer Styroporbox, statt Luxus-Unterkünften fanden die Besucher des Festivals halb eingestürzte Zelte vor und am Strand gab es streunende Hunde statt Supermodells.
Erste Acts – wie Blink 182 – sagten schließlich ab, woraufhin sich einige Gäste bereits am Freitag wieder auf den Rückweg machten. Zu dem Zeitpunkt versuchten die Organisatoren jedoch noch die Situation zu retten, wie sie auf Instagram mitteilten. Wenige Stunden später wurde das Festival dann abgesagt – laut einem offiziellen Statement, aufgrund äußerer Umstände, auf die sie nicht vorbereitet waren. Die Organisatoren, das Tourismusministerium der Bahamas, sowie Ja Rule selber entschuldigten sich – auch wenn letzterer betont, es sei nicht seine Schuld gewesen und sich damit wohl für andere entschuldigt. Trotzdem soll das Festival 2018 erneut – oder besser: erstmals – stattfinden.