Dokumente belegen:

Coachella-Veranstalter finanzierte rechte Organisationen

Bis jetzt waren die Meldungen zu der rechtskonservative Gesinnung des Coachella-Veranstalters Philip Anschutz genauso zwiespältig wie vage. Nun soll ein Dokument vom Finanzamt den Beweis für die Finanzierungen von Anti-LGBTQ Organisationen liefern.
Text: Henrike Schröder ,
Foto: Coachella Festival
Laut einer Reihe von Medienberichten soll AEG – Entertainmentunternehmen und Eigner des amerikanischen Festivals Coachella – Anti-LGBTQ Organisationen und Initiativen zur Leugnung des Klimawandels unterstützen. Die Anschutz Entertainment Group veröffentlichte kurz nach Veröffentlichung der Verwürfe ein Statement, in dem sie die Anschuldigungen dementierte und die Meldung, Anschutz wäre gegen LGBTQ-Rechte, als »fake news« bezeichnete. Weiterhin hieß es in dem Statement, dass Anschutz jegliche Verbindungen sofort beendet hätte, wäre ihm zu Ohren gekommen, dass in seinem Namen oder im Namen der Anschutz Foundation Geld in genannte Projekte geflossen wären. Auf den Vorwurf, er würde außerdem die Leugnung des Klimawandels unterstützen, hat die Anschutz Entertainment Group bis heute nicht reagiert.

Nun veröffentlichten Billboard und die International Business Times Unterlagen der Anschutz Foundation, die belegen, dass die Stiftung 2013 $150,000 in das Center of American Values gesteckt hat, sowie $10.000 in den Family Research Council – eine Organisation, die sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe ausspricht. Ob die Organisation in den darauffolgenden Jahren auch unterstützt wurde, ist jedoch unklar.
Schnell wurde in den sozialen Medien der Hashtag #boycottcoachella eingeführt – der jedoch verhältnismäßig wenig Beachtung fand und es nicht einmal in die Twitter-Trends schaffte. Ein Grund dafür mag der Tatsache geschuldet sein, dass das Coachella nach wie vor eine wichtige Plattform für aufstrebende Künstler in den USA darstellt und die Tickets für das Festival so begehrt sind, dass sie bereits nach wenigen Stunden restlos ausverkauft waren.