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So war das Jägermeister Rockliga-Finale

Mediengruppe Telekommander gewinnen [19.05.2008]

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Die Gewinner: Mediengruppe Telekommander

Ob am Ende die beste Band gewann oder doch bloß das lautere Publikum, bleibt wohl die große Frage. In der Nachberichterstattung hatte jedenfalls jeder eine passende Antwort, warum sein Liebling nicht gewonnen hatte. So hörte man in einem Beitrag auf Motor FM eine junge Dame, die überzeugt war: „Frauenstimmen sind halt leiser. Deshalb hatten die Moneybrother-Fans keine Chance.“ Eine andere sagte: „Die Cinematics hätten gewinnen müssen!“ Mit der Betonung auf dem letzten Wort. Man ahnt es schon nach diesen Zitaten: Die dritten im Bunde – namentlich die Mediengruppe Telekommander – sind die Gewinner der Jägermeister Rockliga 2008. Heimspiel-Bonus, ick hör’ dir trappsen? Aber wie war’s denn jetzt eigentlich so?

Zunächst einmal musste man schon bei den Vorrunden-Ausscheiden ganz geschmäcklerisch feststellen, dass die Rockliga in diesem Jahr in vielen Städten wirklich gut besetzt war, während sie in ihren Anfängen oft – räusper – wie eine Resterampe für in die Jahre gekommene Crossover-Acts wirkte. Aber das ist ja nun schon seit einigen Saisons anders. Auch die für’s Finale qualifizierten Acts zeigten, dass das Rockliga-Publikum immer wieder für eine Überraschung gut ist. Der charmsprühende Moneybrother war vielleicht noch der naheliegendste Finalteilnehmer, was jeder unterschreiben wird, der ihn und seine Band schon mal live gesehen hat.


Der Abend im Kesselhaus der Berliner Kulturbrauerei begann mit The Cinematics aus Glasgow, deren Debüt „A Strange Education“ hierzulande ja leider ein wenig untergegangen ist. Fragte man sich erst, wie es dieser Geheimtipp ins Finale geschafft hat, wurde man von ihrem Auftritt schnell aufgeklärt, wo die Gründe dafür zu finden sind. Zunächst mal ist’s sicher hilfreich, dass die vier sehr smarte Herren sind, korrekt gescheitelt und gestylt von Kopf bis Fuß. Aber auch ihre Musik weiß zu gefallen. Ein wenig wie die Editors in Upbeat treffen hier schwerstromantisch verjaulter Gesang auf Gitarren, die mal die New-Wave-Hacke rausholen, dann wieder an snowpatrolesken Melodien rumschrauben. Perfekt kombiniert ergibt das Tracks wie „Maybe Someday“ oder „A Strange Education“. Auch ihre Live-Performance langweilte selten. Frontmann Scott Rinning bewegte sich irgendwo zwischen Euphorie und Größenwahn, während der eindrucksvoll bebrillte und ringelbesockte Basser Adam Goemans den nerdigen Gegenpohl bildete.

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Text: Daniel Koch
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