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20 Jahre Intro – Kettcar live
So war’s in Münster: In Städten mit Häfen [19.12.2011]
18.12.11, Münster, Gleis 22
Eigentlich stehen Kettcar gerade enorm unter Strom. Schließlich veröffentlichen sie am 10. Februar ihr viertes Album »Zwischen den Runden«, es gibt noch so viel vorzubereiten, und die Promotionsmaschinerie läuft auch gerade erst an. Eigentlich ist gerade kein guter Zeitpunkt, um zurückzuschauen, obwohl sie den Anlass ihres zehnjährigen Jubiläums keinesfalls einfach so unter den Tisch fallen lassen wollten, wie Sänger Marcus Wiebusch von der Bühne herunter erklärt. Aber es blieb wenig Zeit, einen eigenen Aufriss zu machen, da kam der Anruf von Intro-Chefredakteur Thomas Venker gerade recht. 20 Jahre Intro, ob sie da eine Idee für ein besonderes Konzert hätten? Klar, hatten Kettcar: Sie wollten wieder nach Münster zurück. An den Ort der ersten Nagelprobe. Nach den Aufnahmen zur neuen Platte und vor der großen Tour, die Ende Januar schon beginnt. Und da sind sie nun.
Man wird Kettcar wahrscheinlich immer ansehen können, wo sie eigentlich herkommen. Man muss sie nur ein paar Minuten auf einer kleinen Bühne wie der des Gleis 22 sehen, um eine Lust zu identifizieren, die man in großen Venues eben nicht so richtig sehen kann. Kettcar haben Lust, eben gerade hier zu sein. Mit dem neuem Schlagzeuger Christian »Fieten« Hake (ehemals Home Of The Lame, Olli Schulz), aber nicht unbedingt mit neuen Songs. Immer wieder erinnert sich Wiebusch, der heute mal wieder soviel plaudert, wie in den letzten Jahren (und auf größeren Bühnen) selten, an die Vergangenheit, insbesondere an ihren ersten Gig in Münster. Wer damals schon mit dabei war, welche Songs damals schon gespielt wurden. Dementsprechend besteht das reguläre Set nur aus alten Liedern, und aus allen Hits:
Das Konzert gerät zu einem Fest, für die Besucher und für die Band selbst. All das Abfeiern und Mitsingen wirkt in so einem kleinen Umfeld rührend, so dass man beinahe vergisst, dass Kettcar mittlerweile ganz andere Hallengrößen bespielen. Der Auftritt ist ein »so schön war es damals«, ohne dass sich jemand der Illusion hingibt, dass man so etwas regelmäßig wiederholen könne. Kettcar spielen und spielen, und sie bedanken sich bei den kleinen Strukturen wie etwa dem Gleis, einfach dafür dass es sie gibt. Bevor die Band von der Bühne tritt und sich gar nicht scheu mit den Leuten im Gleis unterhält, gibt sie noch den heiß erwarteten Ausblick auf’s neue Album in Form von den drei »ruhigsten Stücken der Platte«, von denen zwei hier ihre Uraufführung erfahren. Das ist spannend und klingt auch gut. Aber die Fans waren anlässlich dieser Jubiläumsfeier auch schon mit den alten Hits und dem unmittelbaren Kontakt zu ihrer Band wunschlos glücklich.
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Text: Christian Steinbrink
Tonspion, Motor, Regioactive, Rap.de
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Festivalguide1107.12.2011, 15:07
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