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The Cult live

in Jüchen: Every Day Nirvana...? [04.08.2010]

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Foto: POLO/Marc Thürbach

Das mit 650 Fans ausverkaufte "Red Hot" im niederrheinischen Jüchen sollte die angemessene Kulisse für den einzigen Auftritt einer der Rock-Stilikonen der 80er Jahre bilden. Und in der Tat, es wurde sehr heiß an diesem, mit tropischen Temperaturen und ebensolcher Luftfeuchte ausgestatteten Abend. Christian Schlage war dabei...

31.07.2010, Jüchen, Red Hot.

Zuletzt waren The Cult 2007 im Vorprogramm von The Who für einige Termine in Deutschland zu sehen. Seinerzeit präsentierten sich die Formation um Sänger Ian Astbury und Gitarrist Billy Duffy  in sehr ansprechender Form, zumal sie nach 6 langen Jahren mit "Born Into This" kurz vor der Veröffentlichung ihres bis dato letzten Albums standen. Bis die Band an diesem Juliabend zwischen 21:00 und 21:30 Uhr die Bühne betrat, hatte ich mit einer ähnlich guten Show wie damals in Oberhausen gerechnet. Die Club–Atmosphäre in Jüchen sollte ihren Teil zum Gelingen des Abends beitragen und einen würdigen Rahmen bilden.


Meine Erwartungen wurden in mehrfacher Hinsicht jedoch bitter enttäuscht: Zum einen hatte die Band während der gesamten Show mit technischen Problemen zu kämpfen, zum anderen präsentierte sich Sänger Ian Astbury in keiner wirklich guten Verfassung. Sicherlich hat Astbury in seiner langen Karriere nie wirklich großen Wert darauf gelegt, die Songs 1:1 von den Alben auf die Bühne zu übertragen, derart kurzatmig wie er sich an diesem Abend präsentierte, habe ich den Sänger jedoch nie zuvor erlebt. Keiner der 14 dargebotenen Songs kam auch nur annähernd an sein Original heran. Zum Teil ließ Astbury ganze Passagen oder Refrains einfach weg. Ob dies seiner offensichtlichen mangelnden Kondition, einer mittlerweile sehr beträchtlichen Leibesfülle oder sonstigen "Einflüssen" geschuldet  war, lässt sich nur schwer sagen. An seinen Mitstreitern auf und vor der Bühne hat es jedenfalls nicht gelegen.

Die Band um Gitarrist Billy Duffy trotzte hingegen allen technischen Problemen und legte eine hervorragende musikalische Basis, während das Publikum jeden Hit begierig feierte. Peinlich wirkte die Aufforderung des Sängers, das Publikum möge bitte Sorge dafür tragen, dass die Band, die offensichtlich von deutschen Agenturen und Bookern verschmäht wird, wieder mehr in hiesigen Gefilden spielen dürfe. Es waren so ziemlich die einzigen Worte des Sängers an sein Publikum an diesem Abend.

Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit, inklusive des obligatorischen "She Sells Sanctuary" als einziger Zugabe, war die Band dann auch schon wieder verschwunden. Traurig, dass man als Fan der ersten Stunde so etwas schreiben muss, aber eine Bewerbung für weitere Auftrittsmöglichkeiten sieht anders aus. Schade!



Text: Christian Schlage
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