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Phoenix live
Telekom Streetgigs in Köln: Party mit Hüpfverbot [25.06.2010]
Foto: Tobias Vollmer
Steffen Rieger und Tobias Vollmer haben sich den Telekom Street Gig der französischen Band Phoenix im Rahmen der c/o pop nicht entgehen lassen und ein paar Eindrücke festgehalten.
Dass die vier Franzosen Phoenix ein Faible für schöne Melodien haben, ist bekannt. So bekannt, dass sie dieses Jahr vollkommen verdient einen Grammy für ihr aktuelles Album verliehen bekamen. An einem Donnerstagabend Ende Juni 2010 steht die Band aber etwas konsterniert auf dem Parkdeck der Kölner Messe und muss ihren Auftritt bereits kurz nach dem fabelhaften Opener "Lisztomania" unterbrechen.
Ein Beinahe-GAU ist passiert: Beim Aufbau der Bühne wurde offensichtlich nicht beachtet, dass ein Parkdeck unter der Belastung etlicher hundert springender Menschen selber mitschwingt. Die Traverse an der Oberseite der Bühne ist schon bei den ersten Tönen derart in Bewegung geraten, dass ein sicherer Ablauf des Konzertes nicht mehr möglich ist.
Die Folge: Eine langatmige Umbaupause mit der Aufforderung, doch bitte aus Sicherheitsgründen das Hüpfen zu unterlassen. Bewegungsverbot bei einem Konzert? Auch mal was neues.
Zuvor gab es bereits James Yuill aus England als Support: Entspannte Melodien auf wummernden Elektrobeats. Zwar letztlich weniger entspannt als gedacht, aber doch kurzweilig genug für einen schönen Sommerabend. Die Stimmung nach dem Neustart dann: ordentlich, aber getrübt. Phoenix, gewohntermaßen zu sechst auf der Bühne, nehmen es sportlich und ziehen ihr Programm durch.
Den feinen Tanzflächenknaller "If I Ever Feel Better" gibt es genauso wie "Consolation Prizes" oder "Fences". Der "Funky Squaredance" wiederum bietet sinnstiftend Anlass, endlich mal richtig zu rocken. Unterm Strich gibt es nahezu alles zu hören, was in der Phoenix-Discografie Rang und Namen hat.
Krönender Abschluss: "1901". Einen Song, den viele mit dem Werbespot eines anderen Telefonabieters in Verbindung bringen, auf einer Telekom-Veranstaltung zu hören, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Letztlich aber gewinnt künstlerische Freiheit über Marketingvorgaben und Phoenix brettern eine hervorragende 10-Minuten-Version auf die Bühne, bei der die Zuschauer die Anweisung vom Anfang des Auftritts gerne missachten. Das ist dann aber sogar denn Organisatoren egal, denn ein trotz der anfänglichen Probleme gelungener Abend geht so nahezu perfekt zu Ende.
Mehr Eindrücke von der laufenden c/o pop gibt es unter www.intro.de/spezial/copop.
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Text: Steffen Rieger

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