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Das Open Air Glossar
von TBA bis TBC: Festivalchinesisch leichtgemacht [08.02.2007]
Wem nur noch ein riesiges Fragezeichen erscheint, wenn sich Insider in gewähltem Neudeutsch über Festivals unterhalten, der kann sich hier mal schlau machen. Denn für jeden Festivalhase macht es einen schlanken Fuß, sich des bezüglichen Fachjargons zu befleißigen. Mit ein paar Vokabeln ist man ganz weit vorne und kann sich mit Veranstaltern und Security-Bediensteten auf Augenhöhe unterhalten.
Akkreditierung: Wer wichtig ist oder sich dafür hält, meldet sich im Vorfeld beim Veranstalter an. So erhält man Zugang zum Konzert und darf mit einem Pass um den Hals angeben.
Audience Blinder: Eine Kaskade von grellen weißen Lichtern, die von der Bühne auf das Publikum gerichtet sind. In besonders dramatischen Augenblicken blenden sie auf und lassen das Adrenalin schießen.
Billing: Hier wird angegeben, in welcher Größe, Reihenfolge, Schreibweise (Schriftart, Schriftgröße etc.) die Künstler in Anzeigen, auf Postern, Flyern etc. stehen müssen (z.B. Headliner doppelt so groß wie Support).
Crash Barriers: Die robuste Variante der Absperrung. Wie ein stählerner Deich sollen die Barrieren anstürmende Fanmassen in Schach halten.
Dolly: Ein großer rollbarer Käfigwagen, der zum Transport von Lampen und Spots dient.
Follow Spot: Beweglicher Punktstrahler, der von einem Beleuchter bedient wird. Das helle Licht stellt die Hauptaktuere auf der Bühne heraus.
Front Of House (FOH): Mischpultplatz, von dem aus die P.A. gesteuert wird. Befindet sich in gemessenem Abstand von der Bühne entfernt - im Unterschied zum Monitormischer am Rand oder auf der Bühne, der nicht das Publikum, sondern die Band beschallt.
Gaffa: Unglaublich starkes Klebeband, mit dem man selbst zerbrochene Gitarrenhälse und Mikroständer wieder zusammenflicken kann. Praktisch ist, dass es sich mit geschickten Fingern trotzdem leicht reißen lässt. Darf nie fehlen!
Hamburger Gitter: Werden auch Polizeigitter genannt. Rot-weiß, zwei bis drei Meter lang und ca. einen Meter hoch, fungieren sie als leichte Absperrungen für Zonen ohne Zutritt.
Hands: Auf- und Abbauhelfer, vorwiegend im Bühnenbereich. Sie haben den schwersten Job: Kommen als erste und gehen als letzte.
Laminates: Die wichtigsten aller Zugangspässe. Ein in hartes Plastik eingeschweißter Ausweis. Die Musiker haben immer einen, Tourbegleiter und Veranstalter auch.
Monitor: Lautsprecher, auf denen die Musiker ihren Sound kontrollieren. Gibt es mittlerweile auch als praktischen Ohrknopf.
Merchandising: Bands haben nicht nur ihre CDs zu verkaufen. An speziellen Ständen gibt es Shirts, Aufkleber, Taschen etc. Bringt manchmal mehr Kohle als die Platten.
Rigger: Der Typ, der in den Traversen herumklettert und alles aufhängt. Vor allem Licht- und Tontechnik werden von ihm montiert und mit Seilen gesichert.
Runner: Er ist immer unterwegs, wenn auf den letzten Drücker bestimmte Dinge hermüssen. Gute Nerven und ein schmales Punktekonto in Flensburg sind Pflicht.
Curfew: Sperrstunde. Schluss mit lustig!
Security: Menschenmassen agieren unvorhersehbar. Also stellt man durchtrainierte Typen ein, die für die Stars als menschliche Wand fungieren und für Ordnung sorgen.
Traversen: Gutes Entertainment braucht ein festes Gerüst. Die Stahltraversen müssen alles tragen können: Bei großen Events braucht es meist Tage zum Auf- und Abbau.
TBA: „to be announced“ – wird noch bekannt gegeben.
TBC: „to be confirmed“ – muss noch bestätigt werden.
Time Schedule (auch: Running Order): Der Plan, der regelt, wann wer auftritt und wann die Umbauten stattfinden. Wer sich nicht danach richtet, sorgt für Ärger und Verzögerungen.
V.I.P.: „very important person“. Wer zu diesen „Wichtigen“ gehört, hält sich meist in einem Zelt auf, in dem es lecker Häppchen und Schampus gibt.
Text: Werner Pilz
Tonspion, Motor, Regioactive, Rap.de











