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Der Weg zum Festivalfilm

Zehn Tipps für gute Live-Atmo [05.02.2007]

Alle Festivals bei Festivalguide 2012

Die Profi-Maxime: first take - best take
Foto: Rolf Klatt

Logistik, Technik, Ästhetik – ein Film-Regisseur muss so einiges drauf haben. Entscheidend aber ist die Idee, die hinter den Aufnahmen steht. In Spielbergs erstem Streifen „Duel“ verfolgt 74 Minuten lang ein fetter Truck einen Autofahrer auf einer einsamen Landstraße. Simpel, aber superspannend.

+ Wie beim Fotoapparat auch hier vor der Abreise die Ausrüstung checken: Ersatzakkus, Ladegerät (Strom auf dem Campinggelände?), Kabel, ggf. Kassetten – alles dabei und in Ordnung?

+ Wer einen zusammenhängenden Film drehen will, sollte sich vorher ein kleines, szenisches Storyboard machen und sich über den Drehablauf klar werden.

+ Mit einem Auge aufs Display (bzw. durch den Sucher) schauen und gleichzeitig mit dem anderen die Szenerie beobachten. So kann man auf sich überraschend bietende Motive in der Umgebung jederzeit reagieren.






+ Mit „neutralen“ Großaufnahmen von vornherein für Zwischenschnitte sorgen. Soll z. B. der Fortgang eines Bühnenaufbaus dokumentiert werden, können durch das Einfügen von solchen Nahaufnahmen (Mikrofone, Verstärker o. ä.) zeitlich auseinander liegende Einstellungen verbunden werden.

+ Gegenlichtaufnahmen sind, wenn nicht aus ästhetischen Gründen erforderlich, mit Vorsicht zu genießen, können dadurch doch unerwünschte Nebenerscheinungen wie Blendenflecke auftreten. Ebenso ist das Hauptmotiv meist nur noch schemenhaft zu sehen.

+ Je näher herangezoomt wird, desto deutlicher macht sich eine unruhige Hand bemerkbar: Das Bild zittert. Bei unbeweglichen Motiven kann die Schulter des Freundes oder ein Bierkasten als Stativ dienen. Kameras mit Bildstabilisatoren können stärkere Vibrationen gut ausgleichen.

+ Bei schlechten Lichtverhältnissen sind Restlichtverstärker („Nacht-Modus“ etc.) angesagt. Die holen noch was raus. Selten haben Kameras auch eine kleine Videoleuchte zur Verfügung.

+ Bei Dunkelheit ist es manchmal ratsam, den Autofokus abzuschalten und das Scharfstellen selbst zu übernehmen, wenn die Kamera immer wieder erfolglos versucht zu fokussieren.

+ Die Bedeutung des Tons sollte man nicht unterschätzen. Ist die Live-Atmo zur Unterstützung eines Bildes notwendig, unbedingt vorher den Mikrofon-Ton checken und prüfen, ob der Einsatz eines externen Mikros (wenn vorhanden) Sinn macht.

+ Mit Effekten, die die Kamera anbietet (Zoom, Wischer, Zeitlupe etc.) ist sparsam umzugehen. Lieber die eigene Kreativität nutzen und getreu der Profi-Maxime handeln: First take, best take!

Und jetzt viel Spaß beim filmieren!




Text: Boris Fust
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