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Junger Mann zum Mitreisen gesucht!
Unterwegs mit einem Roadie [11.05.2007]
Typische Roadieperspektive
Henrik Schwaninger baut nicht nur Gitarren, sondern schleppt sie auch. Als Roadie ist er unterwegs mit den Beatsteaks und hat alle Rülpser schon gehört und alle Fürze schon gerochen
Jetset und Glamour – was auch immer die handgeschriebenen Zettel am Autoskooter versprechen: Die Kirmes ist kein geeigneter Ort, sich dem fahrenden Volk anzuschließen. Der Wanderzirkus Konzertbranche verheißt da schon ein etwas anderes Ambiente. Henrik Schwaninger ist vom Hause aus Tischler und arbeitet zudem als Gitarrenbauer bei Sandberg Guitars. Er hat lieber gleich als Roadie bei den Beatsteaks angeheuert.
Für Schwaninger ist das ein Traumjob. Sogar die nächtlichen Überlandfahrten per Reisebus, im Branchenjargon Nightliner genannt, bereiten ihm keine Schwierigkeiten: „Ich schlafe super im Nightliner! Motorengeräusche, leichtes Schaukeln – für mich ist das total geil. Mich stört es nicht, wenn die anderen noch saufen und rumschreien.“
Die Entourage der Beatsteaks umfasst acht hochspezialisierte Fachkräfte zzgl. Band und sonstige Mitreisende. Bei längeren Tourneen mit dem ganzen Tross muss mit atemberaubenden Begleiterscheinungen gerechnet werden. „Da muss man halt stumpf sein. Die Bühnenklamotten, die die Band jeden Abend trägt, hängen wir hinten in den Hänger. Ins Auto kommen die nicht. Nach zwei Wochen kann man die Bühnenklamotten ohnehin wegschmeißen. Ansonsten kann man sich die Gerüche vorstellen: 15 Mann auf einem Haufen – das bedeutet auch Rülpsen, Schweißfüße, Blähungen, Bierfahnen und Zigarettengeruch.“
Doch es gibt auch Annehmlichkeiten. „Wir sind halt mit den Beatsteaks unterwegs. Nicht nur die Band, auch die Crew-Kollegen sind als Menschen einfach super. Es ist wie eine Klassenfahrt mit deinen besten Freunden“, sagt Schwaninger. „Es ist einfach geil: Man kann mit seinen Freunden unterwegs sein und bekommt meist gutes Essen und Trinken für lau. Außerdem kann man sich jede Menge gute Bands angucken. Und zwar bequem von der Bühne aus, kein Gedrängel, kein Matsch. Gerade das Hurricane kann sehr schlammig werden. Wenn man mal ins Publikum geht, um sich die Queens Of The Stone Age von vorn anzuschauen, weiß man, warum man lieber auf der Bühne im Trockenen steht.“
Text: Manfred Tari

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