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Wege durch den Hurricane

Vom Anglomaniker bis zum Punkrocker [18.06.2009]

Alle Festivals bei Festivalguide 2012

Social Distortion: Pflichttermin für jeden Punkrocker

Das Hurricane in Scheeßel legt auch in diesem Jahr wieder ein Line-up vor, das wirklich keine Wünsche offen lässt. Für so ziemlich jeden Musikfreund ist was Spannendes auf der Line-up-Speisekarte. Damit man nicht den Überblick verliert, und jeder Festivaltyp auf seine Kosten kommt, gibt’s hier gleich ein paar Reiseempfehlungen durch’s Wochenende. Aber bevor es losgeht, noch ein paar Neuigkeiten. Die grandiose Florence And The Machine – mittlerweile bekannt aus der Telekommunikationsanbieterwerbung – hat leider ihre Deutschlandtermine auf Hurricane und Southside kurzfristig abgesagt. Dafür springen die norddeutschen Everlaunch ein, die man Anfang Februar zum Beispiel als Oasis-Support sehen konnte. Nicht die schlechteste Referenz. Tickets und Tagestickets gibt’s bekanntlich noch ein paar – wer sich als Kurzentschlossener also rechtzeitig aufmacht, hat mal ausnahmsweise sehr sehr gute Chancen. Und hier die Reisetipps:


Der Anglomaniker
In deinem Camp weht der Union Jack, du hörst Oasis selbst auf dem Dixi und auf deinen Frühstückstoast kommt nur eklig-feinstes Marmite? Dann solltest du dich am Freitag und Samstag vor die Blue Stage packen, da kannst du mit den dramatisch-traurigen Glasvegas, den happy-hippen Ting Tings, den wütenden Rakes und den verliebten Blood Red Shoes schon mal sämtliche Gefühlswelten durchreisen. Deine  Highlights sollten sein: die Zigarette bei den Editors und das Pogen im Smoking bei Franz Ferdinand – beides geht am Freitag vor der Hauptbühne.

Der Punkrocker
Die Nietenlederjacke trägst du auch bei vierzig Grad, du verzählst dich bei vier Akkorden und beim Pogo gibt’s bei dir noch richtig auf die Schnauze? Da gibt’s nur eine Route: Freitag mit der eigenen Band den Campingplatz zerlegen (auf dem Festivalgelände spielt nix), Samstag mit Less Than Jake einskanken, bei No Use For A Name warmschubsen, von Frank Turner zeigen lassen, dass Punk auch mit Akustikklampfe funzt und dann bei Social Distortion (Foto) alles geben. Sonntag mit Living End und den grandiosen Gaslight Anthem ausklingen lassen. Die Ärzte boykottieren. Kommerzkacke.

Der Newcomer-Checker
Du würdest am liebsten Bands hören, die es noch gar nicht gibt? Du bist selbst dem NME zwei  Schritte voraus? Dann sorgst du am Freitag mit deinem Jubel dafür, dass die Goth-Iggys The Horrors und die Neo-Grunger Silversun Pickups endlich mal `nen Hype erfahren. Samstag fläzt du dich ins Coke-Zelt zum stadiontauglichen Geheimtipp Alexandria Quartett aus Norwegen und lässt auch Frank Turner nicht ausfallen. Leider kannst du dich nicht mehr Sonntagabend an selber Stelle in die wunderbare Florence And The Machine verlieben, die dir ihren Hit „Kiss With A Fist“ zum Abendbrot ins Gesicht haut bzw. haucht – die hat leider abgesagt.

Der Legendlieber
Du bist eher gesetzteren Alters, campst nicht sondern schläfst in einer Pension in Veersebrück und hast fast alles schon (live) gesehen? Dann kannst du am Freitag ausschlafen bzw. erst zu Mitternacht anreisen, um dich mit Kraftwerk auf die „Autobahn“ zu stellen. Samstag wird’s dann richtig stressig und du wirst sicher Rückenschmerzen haben, wenn du mit den Pixies, Faith No More und Nick Cave gleich dreimal auf deine Kosten kommst. Sonntag wird dann wieder ruhig, aber leider spät, denn Nine Inch Nails spielen erst um neun.
 



Text: Daniel Koch
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