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Coca Cola Soundwave Discovery Tour 2008

Sieger-Voting bis zum 20. Oktober [13.10.2008]

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Mr. Virgin And His Love Army

Das Fest zum Tag der deutschen Einheit am Brandenburger Tor konnte man in zwei klare Parts unterteilen. Das Finale der Coca-Cola Soundwave Discovery – mit den Auftritten der drei Finalband diesen Jahres Samavayo, The Folks und Mr. Virgin And His Love Army sowie den Vorjahresgewinnern *Avid –, das die Veranstaltung eröffnete. Und dem Untergang des popkulturellen Abendlandes, der im Anschluss folgte. Warum dem so ist, sei hier kurz erläutert. Am Anfang war die Welt noch in Ordnung: Allerbestes Wetter und Bands auf der Bühne, die ihr Live-Können im passenden Rahmen präsentieren konnten. Zuerst konnte man bei The Folks erahnen, wie furchteinflößend es wirken muss, wenn man vor dem Brandenburger Tor steht und zum ersten Mal auf (zu Spitzenzeiten) 700.000 Menschen blickt. Die drei blutjungen Musiker aus Darmstadt traten unsicheren Blickes auf die Bühne, starteten vorsichtig zögerlich, spielten sich dann aber mit ihrem Sound zwischen Indiefolk und Amirock schnell warm und punkteten vor allem dank der erstaunlichen reifen Stimme ihres Sängers Leon. Nach einer Handvoll live performter Songs überließen sie den überdrehten Mr. Virgin & His Love Army die Bühne (siehe Foto), die fast die komplette Fläche bespielten und pinkfarbene Klobürsten ins Publikum warfen. Dabei klangen sie ungefähr so wie die Hives mit etwas kleineren Eiern – was in keiner Weise despektierlich gemeint ist.


Dritter Gewinneract in diesem Bunde waren die Berliner Samavayo, die schon fast mehr Veröffentlichungen auf dem Buckel haben als zum Beispiel die Queens Of The Stone Age – die sie auch hörbar als Einfluss haben. Überzeugend wuchteten sie ihren schweren Sound in die Menge, die vor allem auf den Berliner Radiosender Motor FM rotierende Song „Neovenator“ ansprang. Einen Videozusammenschnitt der Auftritte findet man hier.

Für Samavayo, The Folks und Mr. Virgin And His Love Army geht es nun um’s Ganze – denn ab sofort kann man auf www.coke.de noch bis zum 20. Oktober entscheiden, wer denn nun die allerbeste Band der drei war.  Der Gewinner wird die Coca-Cola Soundwave Discovery Tour im nächsten Jahr auf die großen Festivals begleiten.

Den Abschluss des Soundwave-Discovery-Teils der Veranstaltung übernahmen dann die Gewinner des Vorjahres *Avid, die ihren angenehm pathetischen Rock aber mit etwas zu großer Geste an den Mann brachten. Was dann folgte, hätte man sich dann aber eher sparen können, denn danach gingen die Fernsehkameras an und man war mitten in einer TV-„Live“-Übertragung. Und dieses „live“ bezieht sich wirklich nur auf die Übertragung und nicht auf das Dargebotene, denn da man wohl einen Open-Air-„Dome“ machen wollte, sprich „Je mehr Top-Acts desto besser“, war allein aus soundtechnischen Gründen ein Live-Auftritt nicht möglich. Also: Vollplayback. Und da der Sound im TV auch passen musste, war die Musik, die von der Bühne kam, schon in den mittleren Reihen nur noch auf Zimmerlautstärke zu hören. So tat es einem fast in der Seele weh, gute Live-Bands wie Klee oder Jennifer Rostock in diesem Rahmen zu sehen. Vor allem, weil sie nur ein Lied playbacken durften und eine Teenie-Hupfdohlen-Band, die aus einer KiKa-Serie bekannt ist, gleich fünf. RTL 2 wird’s wohl dennoch gefallen haben. 

 

 



Text: Michael Schütz
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