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Isle of Wight: Line-up wächst

No more rampaging hippies! [28.01.2008]

Alle Festivals bei Festivalguide 2012

Blick auf die Isle of Wight im Jahr 1970
Foto: Isle Of Wight Festival

„Randalierende Hippies“ – ein gar wunderbarer Widerspruch, der sich auf der Website des britischen Isle-Of-Wight-Festivals findet – benannt nach selbiger Insel im südlichen England. Das erste Festival fand dort bereits im Jahre 1968 statt. 10.000 friedliche Besucher, die auf zwei Truckbühnen als Highlight Jefferson Airplane zu sehen bekamen. Für das Folgejahr hatte Promotor Ray Foulk dann größere Pläne. Der Legende nach belästigte er Bob Dylan ein halbes Jahr immer wieder mit der Frage, ob er nicht dort headlinen möge. Erst als Foulk Dylan in New York zu greifen bekam und ihm ein Video der wunderschönen Insel vorspielte, sagte dieser zu. Dylan spielte einen historischen Gig vor 150.000 begeisterten Zuschauern – darunter Kollegenprominenz wie Pink Floyd, Keith Richards und Elton John. Der Höhenflug der jungen Veranstaltung endete spektakulär im Jahre 1970. Rund 600.000 zahlende Gäste bevölkerten die Isle Of Wight, um ein historisches Billing zu erleben (siehe Foto). Jimmy Hendrix als Headliner (der letzten Festivalauftritt vor seinem Tod), außerdem The Who, Joni Mitchell, Miles Davies, Free, Leonard Cohen, Joan Baez – um nur ein paar zu nennen. Dummerweise wollten ebenso viele Gäste umsonst auf das Festival und überrannten die harmlosen Trennzäune. Promoter Ron Foulk verkündete im Anschluss erschrocken: „Das war das letzte Festival. Es begann wie ein wunderwoller Traum, bis wir die Kontrolle verloren und es zu einem Monster wurde.“ Dank besagter „rampaging hippies“ wurde mit dem „Isle of Wight Act“ per Parlamentsbeschluss bestimmt, dass dort nie wieder ein Festival stattfinden sollte.


Erst 2002 wurde diese Regelung gelöst. Seitdem hat sich auf dem wunderschönen Eiland eines der größten britischen Festivals etabliert, dem das Umstürzlerische der Geburtsjahre zwar völlig abhanden gekommen ist, das mit einem geschmackvollen Line-up für die ganze Familie aber zu einer netten Alternative zum doch sehr wilden Glastonbury oder dem lauten Jungvolk-Festival Reading geworden ist. In diesem Jahr spielen auf der Isle of Wight vom 13. bis zum 15. Juni z. B. für die Alten: die Sex Pistols, The Police, Iggy & the Stooges und James. Und für die Jungen: The Wombats, The Hoosiers, The Enemy, Kate Nash, The Cribs, The Kooks und Lilly Allen. Ein Line-up, das wohl jeden Popfan begeistern dürfte und bloß für randalierendes Hippievolk wenig Attraktives hat. Tickets und Infos zum Festival gibt's hier.



Text: Daniel Koch
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