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So war das Eurosonic / Noorderslag
Die freundliche Bandbörse [14.01.2008]
De Grote Markt in Groningen bei Nacht
11.01., irgendwann nachts. Man sitzt in den weichen Sesseln des Grande Theatre Up, gerade ist Umbaupause, und plötzlich lässt Clara Luzia, einer der letztendlich besten Acts des diesjährigen Line-Ups, so etwas wie die charakteristischen Sätze für das Eurosonic-Festival fallen: "In einem halben Jahr werde ich sicher sagen: Was, die haben damals da gespielt? Ich hatte die Chance, sie zu sehen, habe sie aber verpasst." Das ist wohl das Los, dass man zieht, wenn man bemüht ist, die vielen vielversprechenden Newcomer, die Jahr für Jahr beim Eurosonic spielen, möglichst alle in Augenschein zu nehmen. Man kann im Vorfeld Tage damit verbringen, das Line-Up via MySpace vorzusortieren und hat doch nicht die geringste Chance, jeden für die folgenden Monate relevanten Act vor Ort schon zu erkennen. Trotzdem: Wenn es einen Ort gibt, der sich für eine Fortbildung in Sachen "Bands to watch out for" anbietet, dann ist das dieses Festival.
Grundlegend betrachtet ist das Eurosonic ein Clubfestival, ähnlich der c/o pop oder der Popkomm früher, und die Probleme solcher Großveranstaltungen sind eigentlich klar: Während der heiß erwartete Act sein Set beginnt, sitzt man meistens noch in vollgestopften Bahnen oder Straßen fest oder hat noch eine halbe Stunde Fußweg vor sich. Oder ein heißer Tipp erweist sich als Enttäuschung, und der Weg zur Alternative ist viel zu weit, um auch nur ein paar Zugaben zu erwischen. Wäre das beim Eurosonic auch so, hätte man bei seiner persönlichen Programmplanung genügend Grund um schier zu verzweifeln. Es ist aber ganz anders.
Denn beim Eurosonic ist ein Gedanke umgesetzt, der eigentlich ganz nahe liegend ist, sich aber in vielen anderen europäischen Städten aus diversen Gründen nicht verwirklichen lässt: Alle, wirklich alle Venues liegen in der Innenstadt Groningens und sind innerhalb von wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Jedes noch so kleine Lokal, in dem sich irgendwie eine Bühne installieren lässt, ist beteiligt, dazu noch die örtlichen Theater und die Musikschule. Diese Leistung ist gerade angesichts des Umstandes, dass nur 180.000 Menschen in dieser Stadt leben, absolut bemerkenswert.
Natürlich sind im Line-Up des Eurosonic kaum bekannte Namen zu finden, das liegt in der Natur der Sache. Einige wenige Acts wie I'm From Barcelona, Sunshine, Hanne Hukkelberg oder The Futureheads waren schon in vielen Städten zu sehen und fungieren als Aushängerschilder.
Text: Christian Steinbrink
Tonspion, Motor, Regioactive, Rap.de









