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Noorderslag-Festival
Zeitplanprobleme inklusive [07.12.2007]
Lightspeed Champion
Sich bei den 250 Bands beim Noorderslag einen persönlichen Zeitplan zusammenzustellen, bei dem man auch nichts verpasst, ist so gut wie unmöglich. Genau wie bei der Popkomm sieht man sich vor dem inneren Auge schon von einem Club zum nächsten hetzen, um den neuesten heißen Scheiß nicht zu verpassen.
Alles kann man mit Sicherheit nicht mitnehmen, allein schon mit der Masse an wunderbaren Singer-Songwritern könnte man ein ganzes Programm füllen: Get Well Soon sollte man sich zum Beispiel auf keinen Fall entgehen lassen, denn schon nach nur einer Handvoll Auftritte sind diese fast schon legendär. Da versammelt Mastermind Konstantin Gropper eine ganze Armada an Musikern um sich, um mit Pomp und Gloria eine Reise durch so gut wie alle Musikgenres anzutreten. Gropper vereint Folk mit Klassik mit Indie mit Electro und hat sich somit schon nicht zu Unrecht den Beinamen „der deutsche Conor Oberst“ verdient.
Außer dem Mannheimer Get Well Soon sollte man sich auch noch Promise and the Monster rot im Programm anstreichen. Die Schwedin Billie Lindahl klingt so weise wie Joanna Newsom, bringt in ihrer Musik aber ebenso die Weirdness von Stina Nordenstam unter. Ihre Songs vereinen die verwirrende Anspannung eines David-Lynch-Films mit der Wohligkeit eines verschneiten Winterabends vor dem Kamin.
Und auch für diesen Gentleman sollte man sich zeit nehmen: Dev Hynes von den Test Icicles hat ein neues Projekt. Lightspeed Champion ist weniger abgefahren und laut, mehr schunkelig und folkig – und das nur im besten aller Sinne. Dass nach den Test Icicles nur Großes nachkommen konnte, war klar: Hynes hat die Neon-Weirdness abgelegt, sich eine Scheibe Omaha abgeschnitten, niemand geringeren als Tim Kasher für Back-up Vocals verpflichtet und sein Album „Falling Off The Lavender Bridge“ bei Mike Mogis im Studio aufgenommen. Nicht gerade das, was man von ihm erwartet hätte, aber dennoch äußerst hörens- und sicher auch sehenswert.
Und neben diesen sowie unzähligen anderen Singer-Songwritern kann sich das Line-up auch in den anderen Musikgenres sehen lassen: Blood Red Shoes, Does It Offend You, Yeah?, Kissy Sell Out, Ladyhawke, Sunshine… Die Liste der nicht zu verpassenden Shows nimmt kein Ende. Zeit für einen Kurzausflug nach Groningen Anfang Januar.
Text: Julia Gudzent
Tonspion, Motor, Regioactive, Rap.de
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