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Francophonic-Festival
(H)ip-(H)op und (H)eadbangen [05.10.2007]
Nosfell auf der Bühne
Der Slogan „Vive la musique!“ sagt ja schon, in welche Richtung es geht – gen Frankreich nämlich. Das versteht eigentlich auch, wer es nicht so mit der französischen Sprache hat. Unter dem Banner des Francophonics werden vom 23.10. bis zum 29.11. in einzelnen Shows Newcomer und etablierte Acts der frankophonen Musik auftreten. Dazu gibt's ein formidables Line-up, das Chanson, Indie, Elektro, Pop, Rock und Weltmusik friedlich unter der Trikolore vereint. Auf einer im charmanten „deutsch-französiiisch“ vorgetragenen Pressekonferenz (die tatsächlich fast ohne gesprochene „H“s auskam) in der Galerie LaFayette wurde nun gestern das komplette Programm der gut einmonatigen Konzertreihe in Berlin, Köln und München vorgestellt. Anschließend zeigte die französische Popsängerin Babet bei ihrem Showcase-Konzert auf charmante Weise, in welche Richtung ein frankophoner Abend gehen kann: Nämlich auf einen Streifzug durch das Dreiländereck Pop / Chanson / Folk und Exkursionen in deutsche, französischen und englische Sprachlandschaften. Babets Deutschland-Debüt, wird in kürze über V2 Records erscheinen.
Das Line-up setzt also bewusst auf Vielseitigkeit und schaltet Genre-Bedenken eiskalt aus. Trotzdem sind die Abende so gebündelt, dass man musikalisch nicht zu sehr vor den Kopf geschlagen wird. Die Grande-Dame des französischen Chansons Juliette Greco, die auf dem Festival ihr 60jähriges Bühnenjubiläum feiert, wird z. B. im schnieken Ambiente des Berliner Admiralspalasts und des Münchener Prinzregententheaters auftreten – und dabei von ihrem Mann Gérard Jouannest, der schon für Jacques Brel komponierte, begleitet. Bereits beschwärmte Babet bittet gemeinsam mit den jungen Künstlerinnen Oshen und Daphné zum Themenabend „Voulez-Vous Chanter Avec Moi Ce Soir?“. (H)ip-(H)op- und Slam-Poetry-Freunde sind herzlich zum eindrucksvollen Wortschwallrauschen des Collectifs 129H eingeladen. Ed-Banger-(H)eadbangen gibt’s mit Busy P., chartnotierten Soul-Pop von Ayo, erotisch aufgeladenen 80ies-Wave gibt's mit Vive La Fête, der Band des Ex-dEUS-Mitglieds Danny Mommens. Eingängig und Weezer-like kann man sich von Malibu Stacy auf’s Indie-Packet führen lassen. Und als Empfehlung des Hauses sei zum Schluss auf Nosfell (hier mal anhören) verwiesen. Dieser Solokünstler spielt einen verflucht weirden und schönen Sound, der mal von Folk zu Pop zu Rock kippt, alle Tonlagen abhakt und sich dabei eine atemraubende visuelle Performance inszeniert.
Das vollständige Line-up, Infos zum Ticketkauf und über die teilnehmenden Locations gibt es auf der offiziellen Website.
Text: Daniel Koch
Tonspion, Motor, Regioactive, Rap.de









