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So war das Connect in Inverary

Mit Bildergalerie [12.09.2007]

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Neil Hannon (Divine Comedy)
Foto: Stefan Rambow

Fast 20.000 Besucher gleich im ersten Jahr. Das neue Connect-Festival auf dem Gelände des Inverary Castle am Loch Fyne im Nordwesten Schottlands wurde von allen Beteiligten als Erfolg verbucht. Die (Scottish) Sun titelte „a mighty fyne gig“ und am letzten Tag des dreitägigen Konzertmarathons boten die Veranstalter schon Tickets für die nächste Ausgabe 2008 an. Unter der Schirmherrschaft des abenteuerlustigen 13. Duke von Argyll (39, seines Zeichens Whisky-Promoter & Kapitän des Weltmeister-Teams im Elefantenpolo), der sich immerhin seinen Vorgarten von den Massen ramponieren liess, versammelte sich ein erstaunliches Line-up in der entlegenen Gegend. Allen voran als Headliner auf der Oyster Stage am Freitag die Beastie Boys, deren Mike D sich nach eher müden Loch-Ness-Witzchen verbal mit dem im gegenüberliegenden Castle vermuteten Duke anlegte. Ansonsten wurden die Instrumentals des aktuellen Albums immerhin mit Verve runtergespielt und Mixmaster Mike ein paar Steilvorlagen serviert - three MCs & one DJ...
„Is Scotland in the house ?“ Aber hallo - fast wie eine Leistungsschau schottischen Musikschaffens mutete die Riege der Acts wie Bobby Gillespie & Co, den stoischen Mogwai, Teenage Fanclub, Trashcan Sinatras, Idlewild und vielen anderen an diesem Wochenende an, inklusive des allerletzten Gigs der Noiserock-Bärte Aereogramme. Insbesondere aus ihrer Heimatstadt Glasgow hatten die Veranstalter um T-in-the-Park-Macher Geoff Ellis ganz unterschiedliche Gruppen gebucht. Sons & Daughters konnten mit einem energetischen Set am Samstag punkten, aber auch der sangesbewegte Parsonage Choir mit seinen vielstimmigen Versionen von Klassikern wie Ring of Fire oder Love Will Tear Us Apart kam hervorragend an. Überhaupt hatten alte und neue Hippies unterschiedlicher Couleur hier Konjunktur: Vashti Bunyans Folk-Comeback wurde um ein weiteres Kapitel erweitert, Polyphonic Spree-Chef Tim DeLaughter schnitt sich als Entrée durch ein rotes Papierband eine -herzförmige- Luke in Richtung Publikum, ein launischer Neil Hannon (Foto) verabschiedete sich nach dem Divine Comedy - Set mit „have a great time - sleep with someone und der vor kurzem auf Nummer 1 der britischen Albumcharts geschossene Dreadlock-Folker Newton Faulkner klopfte auf der Gitarre u.a. ein munteres Cover von Massive Attacks Teardrop.


Weitere Highlights waren die am darauffolgenden Dienstag knapp am Mercury Prize vorbeigeschrammte Natasha Khan (Bat For Lashes), die gewohnt abgedrehte Altmeisterin Björk als Sonntags-Headliner, die ihr dynamisch nachfolgenden LCD Soundsystem, die unglücklicherweise gleichzeitig mit Primal Scream angesetzen Echo & The Bunnymen, M.I.A., The Only Ones, The Go!-Team mit einem abwechslungsreichen Set, Modest Mouse mit ihrem Gaststar Johny Marr, so unterschiedliche US-Acts wie Rilo Kiley, Bluesman Seasick Steve, eine glänzend aufgelegte Regina Spektor sowie im Electronica-Zelt Kieran Hebden (aka Four Tet) und die mit Spannung erwarteten Hot Chip. Viele dieser Acts wurden live von der Watercolour-Künstlerin Jenny Soep portraitiert (hier gibt's die Bilder dazu). Auf der Your-Sound-Bühne waren echte Newcomer wie die jüngst gesignten Stopstarts oder das Kazoo Funk Orchestra zu hören, das Unknown-Pleasures-Tent lockte mit unterschiedlich gelungenen Einlagen von Burlesque (Glasgows Club Noir) bis (Las) Vegas Showgirls & Swing, während in der Geländemitte, wo der Matsch von Kintyre irgendwann am tiefsten war, das mobile Rizla-DJ-Team mit diversen Gaststars immer anspielbar blieb. Kulinarisch war von Porridge über Angus Steaks bis hin zu Loch Fyne-Austern zudem ein ungewöhnlich gutes Food-Angebot am Start.

9 von 10 Punkten, wäre da nicht die problematische Anreise: Wer nicht wie die Creme der Bands vom Duke per Privat-Flugzeug eingeflogen, auf dem nahegelegenen Loch Fyne wassern konnte, dem blieben nur Citylink-Busse oder die eigenen vier Räder, die aber vom Festivalgelände zwanzig stramme, matschige Minuten entfernt abgestellt werden mussten. Travelling to Connect is easy... dürfte sich nicht nur für die eingeschlammten Rollkoffer unterschiedlich aufgeposhter Girlies aus der Stadt als schwierig erwiesen haben.
Der Termin für das Connect im nächsten Jahr steht jedenfalls bereits: vom 29. bis 31. August 2008 - das Line-Up (natürlich) noch nicht, der Preis aber schon: -einen Monat zumindest noch- zu den gleichen 125 £ (incl.) Camping wie im ersten Jahr ... nur die Gummistiefel nicht vergessen! Get connected.

Hier geht's zur Bildergalerie.

Alle Fotos: Stefan Rambow



Text: Stefan Rambow
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