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Sparta: Live

Arschkarte gezogen [22.08.2007]

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Falsch zusammengewürfelt: Sparta

Das Dilemma an Sparta ist, dass sie immer die Arschkarte ziehen. Schon am Wochenende auf dem Highfield-Festival musste die Band am letzten Festivaltag gegen die Kaiser Chiefs anspielen. Dabei waren sie um die Headliner-Position im Coca-Cola-Zelt kaum zu beneiden.

Bei der Show in Berlin zwei Tage später überlegt man sich erneut, ob man sich die Band wirklich ansehen will. Schließlich spielt sie im Columbia Club in Kreuzberg. Dorthin zu kommen gleicht schon einer halben Weltreise. Tram, U-Bahn, U-Bahn. Letztendlich siegt aber doch die Neugierde über die Faulheit.


Schließlich spielt Keeley Davis seit dem letzten Album „Threes“ die zweite Gitarre. Das ist zugleich ein Segen und ein Dilemma für die Band. Denn vor seiner Karriere bei Sparta war Davis Frontmann bei Engine Down. Und wer die je live gesehen hat weiß, dass Lockenkopf Davis leicht an das Charisma von At-the-Drive-In-Shouter und Oberlocke Cedric Bixler herankommt - oder eher kam: Als Zweitmann kommt Davis’ frenetischer und mitreißender Pathos in Berlin nur rudimentär an die Oberfläche. So konzentrieren sich die Publikumsblicke auf Frontmann Jim Ward, der das Image des netten Jungen von nebenan pflegt. Von Rampensau keine Spur. Ward lächelt nett ins Publikum, freut sich sichtlich, auf der Bühne zu stehen und von den Fans geliebt und angehimmelt zu werden. Er bedankt sich zwischen den Songs brav und lästert – der kleine Rebell! – über George W. Bush. Die Songs von Sparta werden sauber heruntergespielt, wirken durch die mit Hall unterlegte Stimme seltsam entrückt und steril. Im Gegensatz zu den Vorgängerbands At the Drive-In und Engine Down werden sich bei Sparta nicht die Finger wund gespielt, die Show ist weder mitreißend noch übermäßig eindringlich. Man kann nicht umhin, sich zu wünschen, Davis würde Ward zur Seite schubsen und den Leadgesang übernehmen, statt immer nur die Backup-Vocals. Es wird unverkennbar klar: Sparta bestehen aus den richtigen Leuten, aber irgendwie stimmt die Zusammensetzung nicht. Irgendetwas fehlt. Wahrscheinlich ist die Sturm-und-Drang-Phase der einzelnen Mitglieder vorbei. Vielleicht sind sie inzwischen einfach nur erwachsen geworden. Und tatsächlich: Am Schluss entdeckt man vereinzelt graue Haare in Keeleys inzwischen kurz rasiertem Schopf.



Text: Julia Gudzent
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