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Live Earth 2008: Das war’s! Und jetzt?
Geteilte Meinungen trotz Top-Line-up [09.07.2007]
Shakira ist es zu warm.
Das war jetzt also Live Earth. Man kommt ja fast ein wenig durcheinander, um was es da gerade ging. Den Klimawandel, doch die G8 oder wieder Afrika? Ganz ohne Zynismus musste man feststellen, dass in den letzten Tagen viele ins Stammeln gerieten, wenn man sie fragte, was dass denn für Konzerte gewesen seien, die da bei N24 und später Pro 7 liefen. Band Earth? World Aid? Gerade wegen des Konzertes zum G8-Gipfel hatte man ein wenig den Eindruck, diese Veranstaltungen kämen jetzt wöchentlich. Was de facto natürlich nicht stimmt.
In Deutschland war die HSH Nordbank Arena (so der aktuelle Titel) in Hamburg Schauplatz der 24stündigen, weltumspannenden Konzertreihe. Wobei das weltumspannend hier nicht geprahlt war, denn die Konzerten fanden tatsächlich auf allen Kontinenten statt. Selbst in der Antarktis trat die aus Forschern zusammengestellte Band Nanutak auf, die dann auch noch mit schönschrägem Indiesound plus Freakfolkgeige und cheesy Saxophon überraschte. Die Veranstaltung in Hamburg stand anfangs unter keinem guten Stern. So waren wenige Tage vor der Veranstaltung laut Nachrichtenagentur ddp nur die Hälfte der 45.000 verfügbaren Tickets verkauft. Trotz des schlechten Wetters kamen dann laut dpa immerhin 30.000 Zuschauer, um sich bei Dauerregen Acts wie Mando Diao, Juli, Mia., Jan Delay, Reamonn, Katie Melua, Silbermond und Shakira zu sehen. Gerade letztere sorgt für den ein oder anderen Aufschrei, als sie ihr Oberteil dermaßen lüftete, dass man schon ihre Flashing-Premiere erwartete (siehe Foto) – auf Festivals dieser Größenordnung durchaus nicht unüblich.
Am Montagmorgen danach fielen die Reaktionen auf Live Earth geteilt bzw. eher negativ aus. So schreibt der Guardian in London: „Gelegentlich erweist sich ein nobler Versuch, Leute zur Tat zusammenzubringen, als so nutzlos, dass dadurch nur die Hoffnungslosigkeit bestärkt wird. Das Risiko besteht, dass Live-Earth in eben diese Falle tappt.“ Die Welt monierte, es schlüge die „Stunde der Vereinfacher“. Die Süddeutsche Zeitung nahm die TV-Übertragung ins Visier: „Was machte der deutsche Nachrichtensender N24, der ‚Live Earth’ übertrug? Er machte Werbung?“ Und das z. B. für die Billigflugline Air Berlin, die ironischerweise dort immer das Wetter präsentiert. Einen schönen Querschnitt der Pressereaktionen gibt es hier auf Spiegel-Online. Viele Augenzeugen vor Ort waren dennoch trotz des Regens begeistert, was nicht verwundert, wenn man das hochkarätige Line-up betrachtet. Bei Roger Cicero und Lotto King Karl, die auch spielten, konnte man ja ruhigen Gewissens Bierholen oder -wegbringen gehen. Auf der Website des offiziellen Live-Earth-Partners MSN kann man auch heute noch die Highlights der Veranstaltungen anschauen – dabei wird man allerdings zwangsläufig auch herausfinden, warum der Spiegel giftete, was man dort sähe, sei „Ruckel’N’Roll“.
Text: Daniel Koch
Tonspion, Motor, Regioactive, Rap.de









