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Hier spricht der SMS-Lichtdesigner

Boris Kayser im O-Ton [23.06.2007]

Alle Festivals bei Festivalguide 2012

So sieht das aus: SMS Lichtdesign in Action
Foto: Fredo Torpedo

Welche Scheinwerfer bilden das Grundbesteck des Bühnenlichts? Was ist ein Gobo? Wie entsteht ein Festivaldesign? Boris Kayser, seit mehreren Jahren Lichtdesigner beim SonneMondSterne, gibt uns einen Einblick in seine Arbeitsabläufe.

„Am Anfang einer Bühnenplanung stehen die Grundidee des Lichtdesigners und die Anforderungen des Headliners. Da dieser zum Teil eigenes Material wie Licht, Bühnen- und Dekoelemente mitbringt, muss dieses bei der Planung berücksichtigt werden. Bei Festivals mit vielen Bands ist es ratsam, die Scheinwerfer möglichst symmetrisch im Bühnendach zu verteilen, um effizient arbeiten zu können. Um bessere Ebenen zu schaffen, werden zusätzlich Scheinwerfer auf dem Boden platziert. Zum ‚Grundbesteck’ des Bühnenlichts gehören bei den meisten Festivals nach wie vor konventionelle Scheinwerfer – die so genannten Parkannen, die der Grundausleuchtung dienen. Diese Scheinwerfer werden mit Farbfolien versehen und auf Position geleuchtet.


Außerdem kommen sogenannte Moving-Lights zum Einsatz. Diese beweglichen Multifunktionsscheinwerfer ermöglichen eine Vielzahl von Kombinationen, die für verschiedene Lichtstimmungen nötig sind. Dabei kommen folgende spezielle Eigenschaften der Moving-Lights zum Einsatz: die automatische Positionsveränderung, das Farbmischsystem, Shutter, Focuslinsen und Goboräder – das sind mit Mustern bestanzte runde Metall- oder Glasscheiben, die in den Lichtstrahl eines Scheinwerfers geschoben werden. Mit diesen Gobos lassen sich alle erdenklichen Muster und Formen auf die Bühne projizieren.

Zur Untermalung von Songs werden auch Audience-Blinder eingesetzt, die durch ihren extrem hohen Lichtaustritt einen blendenden Effekt erzielen. Zudem werden noch Stroboskope und LED-Technik für eine weitere Vielzahl von Lichtstimmungen verwendet.
Als Arbeitsgrundlage für die Bühnentechniker dient ein Bühnenplan, der für die Positionierung der Scheinwerfer und deren Verkabelung nötig ist.

Die Erstellung dieses Bühnenplans erfolgt mit einem CAD-Programm. Mit einem Visualisierungsprogramm hat man die Möglichkeit, Shows vorzuprogrammieren. Das hat den Vorteil, dass man sich am Rechner schon mal ein Bild  machen kann, wie es später aussehen wird. Für den Live-Mix kommen dann Lichtpulte zum Einsatz, die mit dem vorprogrammierten Festival-Set-Up geladen werden. Die zuvor programmierten Lichtbilder (Cues) lassen sich auf einzelnen Fadern und Buttons abspeichern. Wenn man beispielsweise auf den Button A drückt, werden  alle Movings-Lights gelb, fahren raus ins Publikum und drehen die Gobos. Die Cues der Lampen lassen sich jedoch auch im Live-Modus jederzeit vom Pult aus verändern.

In der Nacht vor Festivalbeginn wird  eingeleuchtet. Dabei wird die Vorprogrammierung mit dem Livebild verglichen und wenn nötig korrigiert – meist betrifft das die Positionen und Fokusse der Lampen. Vor allem die größeren Bands haben meist einen eigenen Lichtoperator dabei. Da die Headliner ihr eigenes Material mit dem des Festivals kombinieren müssen, werden diese Shows, wenn möglich, in der Nacht vor dem Auftritt programmiert.“ Das Interview führte Florian Wachinger.

Dieses Interview wurde im aktuellen Festivalguide-Magazin leider nur verkürzt wiedergegeben und aus diesem Grunde an einigen Stellen sinnentfremdet. Wir bitten dies zu entschuldigen. Die Redaktion




Text: Boris Kayser
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