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Taubertal-Festival 2011
So war’s: Energiegeladen [16.08.2011]
Foto: Simon Försch
Raw Power in Rothenburg: Zum 16. Festival im Taubertal kamen rund 18.500 Leute und schwärmten für einen 64-jährigen ohne T-Shirt.
Taubertal-Festival, Freitag Abend gegen 23 Uhr: »Some like VIP, me I like to bleed«. – Mit diesen Worten, die möglicherweise auf seine teilweise selbstzerstörerische Vergangenheit abzielen und dem Blick verächtlich gen VIP-Tribüne gerichtet, stimmt der Urvater des Punk alias Iggy Pop, den Stooges-Song »Open Up and Bleed« an: »I'm a bitter man but anyone can see you won‘t get me down on my knees«. – Auf die Knie werfen allerdings höchstens wir uns vor dem mittlerweile 64-jährigen, der auf der Bühne abgeht wie ein Duracell-Hase. Weiter geht’s nach dieser schweißtreibenden Großereignis auf der »Sounds For Nature«-Bühne zu den Blumentöpfen, die freestylen, als würde es kein Morgen geben (»Im Dunklen aufm Dixie Klo, so la la, so la la«).
Als dritte Festivalbühne etabliert hat sich mittlerweile der stillgelegte idyllische Steinbruch. Mit Grossstadtgefluester und Frittenbude am Freitag, sowie K.I.Z. in der Nacht vom Samstag, wird in Kombination mit anschließenden DJ-Sets das perfekte Line-up für die Nachtschwärmfeierpogomeute aufgefahren.
Eine Ode an das süddeutsche Bier gibt es Samstag Nacht von Johnossi, die ihren Song »18 Karat Gold« selbigem widmen (»This song is dedicated to all the good beer in the south of Germany«). Auch die Performance des schwedischen Duos überzeugt und ist definitiv Gold wert. Ein weiteres Hightlight des ausverkauften Taubertal Festivals: Der explosiv-energiegeladene Auftritt der Prodigys der Drum & Bass-Szene - Pendulum - deren drittes Album Platz 1 der UK Album-Charts erklommen hat. Der körperliche Einsatz von MC Verse ist enorm, das Publikum wird über 60 Minuten hinweg quasi daueranimiert.Bei dem Headliner-Gig der Fantas beschwert sich Thomas D mit einem Grinsen über den fehlenden Regen des letzten Festivalabends. Passend zu den ersten Takten von »Tag am Meer« wird die Nacht im Taubertal dann von Nebelschwaden durchzogen, was der Atmosphäre beinahe etwas Mystisches verleiht. Den perfekten Festival-Ausklang bietet schließlich Frank Turner, der in bester Singer-Songwriter-Manier ein beeindruckendes »I Want To Break Free«-Queen-Cover darbietet und mit dem Publikum eine Hymne darauf anstimmt »how stupid this fucked up world« doch ist...
»Erschöpft, aber glücklich«, so lautet das Resümee von Florian Zoll, einem der Veranstalter des Taubertal Festivals. Für ihn war das 16. Taubertal Festival das bisher beste, nicht nur wegen der Stimmung am Platz, sondern »weil das Gesamtbild einfach gestimmt und alles reibungslos geklappt hat«.
In der Bildergalerie gibt es Impressionen des Festivals. Unter anderem mit Blumentopf, Bullet For My Valentine, Frank Turner...
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Text: Katharina Försch
Tonspion, Motor, Regioactive, Rap.de









