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Das war das Berlin-Festival 2010

Live-Ticker & Fotostrecken vom Flughafen Tempelhof [11.09.2010]

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Blood Red Shoes

Das Berlin-Festival 2010 ist zu Ende: Zum Abschluss des Bühnenprogramms gaben Hot Chip ordentlich Bumms und Peaches sorgte bei ihrer Show für extraterrestrische Optik.

>>> Ihr lest den gemeinsamen Live-Ticker von intro.de und festivalguide.de, der direkt vom Gelände des Berlin-Festivals berichtet <<<

23:00, Main Stage:
Das Berlin-Festival neigt sich dem Ende entgegen. Hot Chip spielen auf der Hauptbühne mit voller Band und smartem Groove. In den alten Büroräumen des Flughafen Tempelhof wackeln die Wände, Bass ficht mit Bass. Das nennt man wohl eine Erfahrung der dritten Art.
 
22:30, Hangar 4:
Peaches im Hangar 4 mit futuristischem Kostüm und stechender Laser-Action. Die Show ist eine wahre Augenweide. Der bis zur völligen Entkleidung tanzende Lady-Boy ist da nur exemplarisch zu nennen. Vom blinkenden Slip bis zum Theremin-Dildo war alles dabei, die Band spielt dazu auf einer Art Laserstrahlen-Orgel und bei jedem Song werden Elemente der Deko oder Kostümierung ausgetauscht. Peaches bespielt rein optisch und manchmal sogar musikalisch den Spannungsbogen von Björk bis Lady Gaga und der Hangar rastet aus.



21:00, Main Stage:
Massen stehen vor der Main Stage und feiern Boys Noize. Das Aufbrausen der Crowd brandet an der Tempelhofer Klippe vorbei wie bei einem Arena-Konzert. Absolut beeindruckende Bilder zu hunderten tanzender Menschen, die feiern als gäbe es kein Morgen.
 
20:45, Hangar 5:
Ladies and Gentleman, hier nun das ganz persönliche Festivalhighlight. Schon seit Stunden laufen die Autoren dieses Newsblogs über das Festivalgelände wie Wayne und Garth durch die Parfümerie, und werden dafür schräg angeschaut. Jetzt – endlich – spielt da eine Band, die unseren Classic Rock-Look rechtfertigt. Fang Island aus Brooklyn, New York spielen mit drei Gitarren und entrückter Bühnenperformance einen so grandiosen Gig, dass Andrew W.K. dagegen reichlich alt aussieht. Das klingt nach Blood Brothers oder Oneida, liegt aber gleichzeitig ganz frisch und originär zwischen Math und Noise. Leider ist der Gig wieder nur eine knappe Stunde lang. Das Gros feiert inzwischen Boys Noize auf der Hauptbühne. Im Hangar hat inzwischen überraschend die jungen Landauer Sizarr ihr Set begonnen, bevor We Have Band den Abend hier beschließen werden.
 
20:15, Hangar 4:
Gonzales hat den Hangar nicht nur voll, sondern auch in der Hand. Als Zugabe gerät „Hotel California“ zur kleinen Perle. Der Künstler hat zum Abschluss wie immer einen schweißnassen Flokati vor der Brust und ist glücklich.

19:55, Hangar 5:
Hangar 5 verspätet sich. Darunter leiden Neon Indian. Die gehen nämlich ziemlich wortkarg mit einem Hinweis auf „strange technical difficulties“ schon nach 25 Minuten wieder von der Bühne. Das ist schade, weil sich das Set der Texaner enorm kurzweilig und im positiven Sinn verwirrend gestaltet. Auf der einen Seite exzentrisch mit Theremin und entrücktem Michael Jackson-Gestus des Masterminds Alan Palomo, auf der anderen derb rockend bis blumig vertrackt. Wie irgendwas zwischen Animal Collective, MGMT und Kate Bush und doch wieder ganz anders. Einen zweiten Eindruck ist das auf jeden Fall wert. Währenddessen auf der Main Stage Soulwax, die nach der gestrigen Absage der 2manydjs einen Zwittergig mit Material aus beiden Töpfen spielen und die Masse einmal mehr zu Kochen bringen. 

18:15, Hangar 5:
Mit etwas Verspätung starten die Morning Benders aus Berkeley in ihr Set. Letztendlich dauert der hektisch durchgeführte Soundcheck fast 15 Minuten. Die Songs der Asian Americans entschädigen dann aber für die Wartezeit. Das ist verspielter und sonniger Indie-Pop mit reichlich Harmonien. Ein wenig erinnert das an Grizzly Bear, ein wenig an die Shins. Und über all dem schwebt das überlebensgroße Erbe der Beach Boys. Sicher unausweichlich, wenn man aus Kalifornien stammt. 

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Text: Carsten Schumacher;Christian Steinbrink
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