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Minus The Bear live

Bär kommt nach [27.08.2010]

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Eigentlich sind Minus The Bear auf der gegenwärtigen Tour mit We Are Scientists nur die Vorband. Christian Steinbrink ging über diesen Fakt aber galant hinweg und legte den Fokus seines Interesses auf die Band aus Seattle und ihre schwungvolle Diskographie.

26.08.10, Köln, Luxor

„Omni“ ist ein schwerer Brocken. Das ist gar nicht mal stilistisch gemeint, schließlich strotzt Minus The Bears aktuelles Album vor eingängigstem Electropop, sondern eher mit Blickwinkel auf die Gefühlswelt alter Fans. Den von Indie-Gitarren und Postrock sind auf der Platte höchstens noch Spurenelemente zu hören. Und dementsprechend beschleicht den skeptischen Fan anlässlich eines knapp bemessenen Support-Sets ein ungutes Gefühl: Wird das nun völlig heterogen und überhaupt nicht mehr nachfühlbar sein, was Minus The Bear auf die Bühne bringen werden?


Um der Konfusion noch die Spitze aufzusetzen, hat sich Sänger Jake Snider unpassend zur neuen geleckten Musik die Haare und ein Ungetüm von Vollbart wachsen lassen, um jetzt auch ohne Probleme als potenzielles Motorpsycho-Mitglied durchzugehen. Die vielen Fans, die gekommen sind, um Minus The Bear wenigstens ein paar Songs lang wiederzusehen, lassen sich in ihrer Mehrheit aber nicht beirren. Sie feiern sowohl alte Hits wie „Knights“ als auch die neue Single „My Time“, die schon einen sehr guten Eindruck davon vermittelt, wie „Omni“ in seiner Gänze klingt.

Trotzdem – die Aufgabenstellung für Minus The Bear ist keine Leichte: Fokussiert man sich auf die alten, gitarrenlastigeren Nummern, oder darauf, die neuen, oftmals synthiebasierten Stücke zu präsentieren? Beides zusammen ist eigentlich kaum vorstellbar, zu sehr unterscheiden sich die Stimmungen der beiden Glaubensrichtungen, auch wenn das Quintett nie im speckigen Wortsinne „rockte“. Nun: Egal ob die Band kurzfristig der Mut verließ oder sie dem Kenntnisstand ihrer Fans Rechnung tragen – in ihrem Set sind jedenfalls nur zwei neue Songs enthalten. Die Mehrzahl der Stücke ist bekannt und wird vom Publikum begeistert aufgenommen, weit über die üblichen Vorband-Standards hinaus, wofür sich Snider auch aufgrund zwischenzeitlicher technischer Probleme nach einer knackigen halben Stunde artig bedankt. Ob Minus The Bear bei ihrer nächsten Support-Tour in Europa vor Jimmy Eat World im November ihr Augenmerk vollends auf die neuen Songs setzen werden, weiß nur der Wind und die Band selbst. Die Schwierigkeit, alte Fans mit dem neuen Stil zusammenzubringen, wird in jedem Fall bestehen bleiben.

Danach spielten auch noch We Are Scientists, mit dem neuen Drummer Andy Burrows, vormals bei Razorlight beschäftigt, in einem noch volleren Saal vor einer noch wilderen Crowd. Mit süßen, von Chris Cain auf deutsch vorgetragenen Sätzchen, und einem im Publikum hochgehaltenen Bären, der der Vorband dem Bandnamen nach ja verlustig gegangen ist. Sicher gut, aber wir waren ja wegen Minus The Bear hier, und dabei soll es auch bleiben

Termine Minus The Bear
27.08.2010 Rock en Seine, Saint-Cloud » Details » Anreise
03.11.2010 Amsterdam, Melkweg » Details » Anreise
04.11.2010 Brüssel, Ancienne Belgique » Details » Anreise
05.11.2010 Hamburg, Docks Club » Details » Anreise
06.11.2010 Münster, Gleis 22 » Details » Anreise
07.11.2010 Köln, E-Werk » Details » Anreise
08.11.2010 Berlin, Huxley's » Details » Anreise
09.11.2010 München, Tonhalle » Details » Anreise



Minus The Bear – My Time



Text: Christian Steinbrink
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