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Glastonbury 2010
So war’s Samstag [27.06.2010]
Bananas
Foto: Christine Franz
Die Wasserflaschen gehen aus, dafür regnet es Überraschungsgäste und Konfetti. In Glastonbury sind alle traditionell unbekümmert…
Samstag 26.6.2010, 5.40 pm, Other Stage
The National spielen in der Nachmittags-Sonne. Passt irgendwie. Das finden viele andere auch, die Menschenmenge vor der Other Stage ist riesig. Und Matt Berninger ist ziemlich überwältigt: „This is what it looked like in our heads 10 years ago“. Ahhhhhh.
Frank Turner ist mittlerweile sowas wie eine Glastonbury Institution.
Deshalb wurde er auch von Billy Bragg persönlich eingeladen, heute Abend auf dessen Pop-and-Politics-Bühne Left Field aufzutreten. Das Zelt ist rappelvoll mit extrem textsicheren Menschen. Kollektive Gänsehaut trotz gefühlter 40 Grad. Mit dem Im-Takt-Klatschen funktioniert’s allerdings noch nicht so richtig. Herr Turner muss erst sein „Clapping-Leg“ etablieren: immer wenn er mit dem Bein auf den Bühnenboden tippt, darf geklatscht werden. Die Frau neben mir: “I wish Damon Albarn was here to take a lesson in audience interaction”.
Samstag 26.6.2010, 2.00 pm, Worthy Farm
Laut Veranstalter gehen auf dem Gelände langsam die Wasserflaschen aus. Kein Wunder bei über 30 Grad. Darauf war nun wirklich niemand vorbereitet. Dafür gibt’s in den Green Fields in diesem Jahr das einzige Matschloch des Festivals zu sehen. Und das wird stündlich liebvoll gewässert.
Samstag 26.6.2010, 4.30 pm, Peel Stage
Delphic sind ziemlich nervös vor ihrem Auftritt. James Cook: “I was brought up in this area and spent my whole childhood at Glastonbury Festival. It’s weird to see it from the other side of the stage.” Zum Glück haben Delphic noch genug Zeit, um sich an die riesige Crowd vor der Bühne zu gewöhnen: sie spielen gleich zwei Mal an diesem Wochenende.
Samstag 26.6.2010, 6.40 pm, Park Stage
Dass hier gestern plötzlich Radiohead auf der Bühne standen, hat sich inzwischen auf dem ganzen Festival herumgesprochen. Heute wird die Park Stage von tausenden Festivalbesuchern belagert. Und die hatten einen guten Riecher: Heute sind Biffy Clyro Secret Act. Die Menge rastet aus. Nach dem Gig kursieren Gerüchte, dass sich Sänger Simon Neil beim Sprung vom Boxenturm am Bein verletzt haben soll. Autsch.
Samstag 26.6.2010, 9.15 pm, Queens Head
The Phenomenal Handclap Band spielen vor ca. 50 Leuten im Queens Head Zelt. Schade eigentlich. Dass die Dance-Pop-Hippies eine großartige Live-Band sind, hat sich auf dem Glastonbury scheinbar noch nicht rumgesprochen.
Samstag 26.6.2010, 9.45 pm, Park Stage
Folkdarling Laura Marling ist zweiter Headliner auf der Park Stage. Dass ihre aktuelle Platte „I Speak Because I Can“ in UK in den Top 5 war, kann man schon am Publikum ablesen: eine weirde Mischung aus Indie-Hipstern und Rentner-Ehepaaren steht vor der Bühne. Ein Laura-I-Love-You-Plakat im Publikum bringt Ms Marling so aus dem Konzept, dass sie sich beim Singen kaum ihren Lachflash verkneifen kann.
Samstag 26.6.2010, 11.20 pm, Pyramid Stage
2010 dürfte dann wohl Glasto-Gast-Star-Rekord-Jahr sein. Muse holen The Edge auf die Bühne und spielen mit ihm zusammen „Where The Streets Have No Name“. Die Scissor Sisters hatten sich heute Nachmittag schon Verstärkung von Kylie geholt. Und Damon Albarn hatte für den Gorillaz Auftritt am Freitag mit Mark E. Smith, Snoop Dogg und Lou Reed ja auch die halbe Plastic Beach-Belegschaft eingeladen.
Samstag 26.6.2010, 10.15 pm, Other Stage
Die Pet Shop Boys ziehen auf der zweiten Hauptbühne ihren durchgestylten Popzirkus ab. Das ist irgendwie cheesy, aber vor allem ziemlich unterhaltsam: Es regnet Konfetti, auf der Bühne stehen Tänzer in Robotter-Kostümen und Neil Tennant wechselt nach jedem Song das Bühnen-Outfit. Und ist so gerührt über die Sing-Alongs zu „Heart“, „It’s A Sin“ und „Westend Girls“, dass er beim Singen ständig grinsen muss. Das passt zum Glück so gar nicht ins cleane Pop-Konzept.
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Text: Christine Franz
Tonspion, Motor, Regioactive, Rap.de









