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Kool Savas live

Immer wenn ich rhyme [09.06.2010]

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Kool Savas

An einem lauen Donnerstagabend in Köln beweist Kool Savas wie erwartet herausragende Live-Qualitäten. Keine kontraproduktiven Vorband-Orgien, sondern Savas pur...


03.06.2010, Köln, Live Music Hall

Was Kool Savas mit Rock am Ring zu tun hat? Im Prinzip nicht viel. Die übliche Zielgruppe auf Konzerten von Kool Savas ist meist eine andere als die, die sich Anfang Juni auf dem Nürburgring bei Bier und Rock verlustiert. Vielleicht ist diese Unvereinbarkeit der Zielgruppen (immerhin eröffneten zur selben Zeit H-Blockx und die legendären Glam-Rocker Kiss das diesjährige Rock am Ring-Festival)  ja  einer der Gründe dafür, dass man die Kölner Live Music Hall schon vor dem angekündigten Einlass für die Fans öffnete und der stattlich große Raum bereits eine gute Stunde vor dem effektiven Beginn bereits aus allen Nähten platzte. Oder liegt‘s einfach daran, dass Savas Yürderi nicht nur als „King of Rap“ gilt, sondern vor allem für hervorragende Liveshows bekannt ist?

Auch an dem lauen Donnerstagabend in Köln beweist Kool Savas wie erwartet herausragende Live-Qualitäten. Keine kontraproduktiven Vorband-Orgien, sondern Savas pur. Das Intro zeigt auf der Videoleinwand einen Einspieler, bei dem Kool Savas im Stile einer Beat-em-up-Spielfigur eingekleidet wird und auch dementsprechend angezogen auf die Bühne stürmt. Heißt: 100% Savas von Anfang an.


Der Rapper aus der Hauptstadt zeigt sich trotz tourbedingter Heiserkeit in guter Stimmung und plaudert schon mal aus dem Nähkästchen.  Oder er dichtet als witzigen Einschub zwischendurch „Orchestrator“  in Anspielung auf eine frühere Ausbildung als Tischler um in „Restaurator“: Sie nennen ihn den Restaurator, denn er macht den Stuhl ganz…

Die üblichen Verdächtigen stehen an der Seite des Berliners. Moe Mitchell durchgängig als Backup-Rapper, die langjährigen Optik-Legionäre Amar und  Franky Kubrick als weitere Unterstützung bei Bedarf. Denn es gibt genug zu tun, schließlich ist das Song-Portfolio nach über einer Dekade im Geschäft wohlgefüllt.  Zahlreiche Hits und Klassiker werden als Konsequenz auf die Bühne gebrettert, die Temperaturen sind schon aufgrund des Wetters hoch. Savas‘ Durchbruch-Hit „King of Rap“ wird zwar nur kurz angespielt, dafür gehören Uralt-Klassiker wie „LMS“ und „Schwule Rapper“ in leicht veränderten Versionen zum Repertoire. Kracher wie „Alle schieben Optik“ oder „Holiday Hoe“ zahlt das Publikum mit entsprechender Stimmung und hunderten ausgestreckter, wippender Arme heim. MTV-erprobte Hits wie „Der beste Tag meines Lebens“, „Tot oder lebendig“, „Monstershit“ (ohne Azad) oder „Immer wenn ich rhyme“ (auch ohne Azad, dafür aber wie erwartet mit Olli Banjo) ebenso.



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Text: Steffen Rieger
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