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Das war Rock am Ring 2010

Der große Rückblick: Leggins, UFOs, Pyros und eine Torte [08.06.2010]

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Foto: Jochen Melchior

Zum 25. Geburtstag “seines” Rock am Ring hat Senior-Veranstalter Marek Lieberberg sich und die Fans mit einem so rauschendem wie ausverkauften Fest beschenkt. Dazu gab's Kuchen auf die rabiate Art serviert und vom oft bemühten Wettergott ein schmeichelnd fettes Stelldichein.

Nach einer gewohnt etwas ungelenk heiteren Ansprache ließ sich Veranstalter Lieberberg wohl offensichtlich nicht allzu ungern von zwei grimmig dreinschauenden Ordnern vor versammelter Gemeinde mit dem Gesicht wiederholt in sahniges Geburtstags-Gebäck drücken. So viel Zeit muss sein, bei einem silbernen Jubiläum (siehe Foto).


Und so viel ist sicher: Das Jubiläums-Rock am Ring 2010 ließ sich nicht lumpen. Eingerahmt in die zwei vielleicht spektakulärsten Livebands der Gegenwart - Kiss zum vorgezogenen Beginn am Donnerstag, Rammstein als fulminanter Abschluss am späten Sonntagabend - setzte es reihenweise Highlights, durchwirkt mit erfrischenden Darbietungen vor kleinem Publikum auf der Clubstage, dieses Jahr unter freiem Himmel.

DEN Show-Auftritt des Festivals hatten neben den bereits erwähnten Kiss und Rammstein die Briten Muse, die mit Lasershow und einem über dem Publikum fliegenden, rund zehn Meter durchmessenden UFO dem dann in schwindelnder Höhe auch noch eine Kunstturnerin entstieg, für die denkwürdigsten Momente des Festivals. Besagtes Flugobjekt störte übrigens MTVs Übertragung vom Slayer-Konzert, die daraufhin aufgegeben werden musste.


Neben Slayer gab es fürs “true” Metal-Herz auch Bands wie Hammerfall und Kamelot. In der Eifel kein unüberbrückbarer Widerspruch zum übrigen Programm.

Apropros True-Metal-Herz: Das schien bei einigen vor Entsetzen fast auszusetzen bei der Performance des Spaßprojekts Lazer mir ihrer gewagt trashig inszenierten Satire einer Hair-Metal-Band (stilecht mit Tiger-Leggings, rosa Federboa und Falsett-Gesang). Die hinter den Kulissen der Musikmedien wohl bekannten Protagonisten ernteten von der weitgehend entrüsteten Menge mindestens so viel Mittelfinger, zugewandte Rücken und Wurfgeschosse wie Anerkennung für Mut und Originalität. Der Auftritt wird dennoch in die Geschichte des Festivals eingehen als der wahrscheinlich einzige mit Klopapier-Mumien auf einer Rock am Ring-Bühne.

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Text: Matthias Krämer
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