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Redman live
Eastcoast in lustlos [25.05.2010]
18 Jahre lang Themen wie Rau(s)chmittel, Frauen und sich selbst als unwiderstehlichem „Supaman Luva“ – und trotzdem gilt Redman seit den frühen 90er-Jahren als einer der unbestrittenen Stars der Szene, der seine größten Erfolge in den letzten 10 Jahren meist mit Wu Tang-Großmeister Method Man im Gepäck feiern konnte.An einem lauen Donnerstagabend in der Kölner Essigfabrik feiert Redman aber vor allem eines: Sich selber.
20.05.2010, Köln, Essigfabrik.
Erst mal beginnt alles damit, dass Mr. Reggie Noble sich richtig viel Zeit lässt und die Bühne den drei Vorbands (Stomp Music, Zumento, Mess & Kareem) plus ortsansässiger DJs geschlagene 2,5 Stunden zur Verfügung stellt.
Die Stimmung ist durchwachsen, das Publikum überschaubar. 50 Personen schauen sich vor der Bühne ohne viel Elan, aber immerhin hartgesotten die dargebotene Standardkost an. Dazu noch etwas weniger im Saal und den seitwärts aufgebauten Theken verteilt.
Auch wenn der lokal bekannte DJ es im Anschluss schafft, die Stimmung dank etlicher HipHop-Klassiker auf ein gutes Level zu bringen, wird sie anschließend mit einer halben Stunde Instrumental-Dub wieder auf den Tiefstand von vorher geknüppelt.
Die Freude darüber, Redman und seine Entourage (DJ Dice und ein nicht weiter erwähnenswerter Rapper als Unterstützung) schließlich doch noch auf der Bühne zu sehen, verfliegt trotz zahlreicher Klassiker (u.a. „Time 4 sum aksion“, „Pick it up“ oder seinen bislang größten kommerziellen Erfolg „Let’s get dirty“) und einer routinierten Interaktion mit dem Publikum recht schnell. Der Grund: Die Stimmen sind aufgrund miserablen Sound-Mix kaum zu verstehen und dazu Halbplayback. Jemanden nahezu unverständlich über seine eigene Stimme aus der Konserve rappen zu hören ist kaum das, was man hier erwartet hat.
Die Variante, bei Liedern wie dem eigentlich unwiderstehlichen Redman / Method Man-Hit „Da Rockwilder“ einfach das Rappen fast komplett einzustellen, passt schließlich in das Gesamtkonzept. Da ist ja immer noch das Publikum, das beim Grölen fast mehr Enthusiasmus als der Protagonist bei seiner Hauptbeschäftigung versprüht.
Das Ende kommt schließlich genau so schnell wie plötzlich: Nach bereits einer knappen Stunde verabschiedet sich Redman samt Anhang höflich und geht von der Bühne. Musik an, Publikum raus, Ende. Keine Zugabe, kaum Eigeninitiative des Publikums. Die zaghaften „Zugabe“-Rufe einer Handvoll enttäuschter Zuschauer verklingen bereits nach wenigen Sekunden. Promotion für das bald auch in Deutschland erscheinende, neue Redman-Album sähe anders aus.
Text: Steffen Rieger

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