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So war der Rolling Stone Weekender

Zwischen Funbad, Meer und Bauerndisco [08.11.2009]

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William Fitzsimmons
Foto: Thomas Lorber

Ob das Massageangebot in der Ferienanlage Weißenhäuser Strand nun wirklich genutzt wurde, sei mal so dahingestellt. Ebenso, ob die Leute, die am Freitagabend beim ersten Rolling Stone Weekender zu den mal wieder quietschbunten Flaming Lips Kindergeburtstag feierten, am nächsten Morgen diesen Spirit nutzten, um sich in das Funbad mit Riesenrutsche zu werfen. Dennoch muss man konstatieren, dass der von Veranstalter FKP Scorpio in Kooperation mit dem Rolling Stone organisierte erste „Indie-Weekender“ einen formidablen Start hingelegt hat, obwohl – oder gerade weil – dort an der Ostsee zwei Welten aufeinander prallten. Schließlich passiert es nicht alle Tage, das man zwischen sagen wir John K. Samson und den Editors noch mal eben durch eine Passage schlendern kann, in einem Bistro zwischenstoppt, von dem aus man essenden Leuten in schlecht sitzenden Badehosen zuschauen kann, die im Spaßbad nebenan dinieren, bevor man dann noch mal eben die fünf Minuten zum Strand auf sich nimmt, um sich vom kalten Meerwind ein wenig den Kopf freiblasen zu lassen. Das Festival ist nämlich lediglich ein Teil des Treibens in dieser großen Ferienanlage, die einen optisch recht brutal in die 80er zurückreißt – was anderseits aber auch einen Teil des Charmes ausmacht.


Auch die Spielstätten lebten von diesem etwas nostalgischen Charme. Die meist für Songwriter-Performances gebuchte Witthüs-Location war zum Beispiel eine kleine Disco mit heftigem Bauerndisco-Flair inklusive Eichenholz-Sitzgelegenheiten, die aus einer Landgaststätte im benachbarten Oldenburg in Holstein zu stammen schienen. Der Baltic Festsaal war dann genau das: ein Festsaal, inklusive eines Teppichs, der wie für Silberhochzeiten gemacht aussah. Das Rondell hingegen, das für Lesungen und Kurzfilmführungen genutzt wurde, wirkte ein wenig moderner – wie, sagen wir mal, ein Dorfkulturzentrum, das Anfang der 90er hochgezogen wurde. Lediglich die Hauptbühne, ein großes und übrigens beheiztes Zirkuszelt war dann tatsächlich mal ein Relikt aus der Festivalwelt.

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Text: Daniel Koch
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