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So war das Afrika-Karibik-Festival

Mitteleuropäische Karibikauthentizität? [19.08.2009]

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Blick auf das Afrika-Karibik-Festival

Karibische Nächste unter der Sonne Afrikas am Main? So deutsch wie die Hauptacts des diesjährigen Afrika-Karibik-Festivals ist auch die Location: Aschaffenburg. Authentisch karibisch wurde es trotzdem. Zwischen allerlei exotischen Food-Ständen und dem wohl größten Basar außerhalb Kairos, umgeben von süßlich-herbem Räucherstäbchenduft und blubbernden Wasserpfeifen und beschallt von der rhythmischen Bongo-Monotonie fühlt man doch noch den Geist Afrikas. Artistische Tanzeinlagen auf der Culture Stage von den Kenya Boys Akrobats und eine Soundsystemshow auf der Zeltbühne gehören zum authentischen Kulturprogramm des Afrika-Karibik-Festivals. In der Zeltbühne starten am Donnerstag Zico & The Noisemakers das musikalische Rahmenprogramm. Nicht nur der Name klingt nach Reggae, auch musikalisch ist das definitiv ein passender Stimmungsaufheller. Leider grollt nur der Himmel düster und weint an diesem Abend lange um das Vorbild der drei „Rrregae-Frrreunde“ aus dem Altmühltal.


Auch D-Flame vermag das Wasser nicht zu verdampfen, obwohl doch heiße Luft und Beats ihr Bestes tun. Karibische Schönheiten und mitteleuropäische Sonnenanbeter hätten auf MTV sicher auch für den Wettergott gevotet. Samy Deluxe kommt aus Hamburg den Main hinauf geschippert und ankerte vor der Mainstage. Zwar singt er „Bis die Sonne rauskommt“, trotzdem könnte er leicht mit einem Gummiboot ablegen. Leider gleicht der Aschaffenburger Festplatz mehr einem Moor, als einem Karibikstrand. Beim Hauptact Blumentopf strecken sich dann aber die schönsten Gewächse wieder dem Licht entgegen. Hitzewallungen und „Schweiß“ bis „Die City schläft“.

Wer in der Zeltstadt nächtigt, muss keine Sorgen haben. Schon in der Nacht klart das Wetter auf und die Sonne brennt an den nächsten Tagen wie sonst nach der Regenzeit über der Serengeti. Erstmals müssen Camper in diesem Jahr auf das Niklheimer Flugfeld ausgelagert werden, mit dem Shuttlebus keine zehn Minuten vom Festival entfernt. Die 50.000 Besucher aus dem Vorjahr dürften also nochmals übertroffen worden sein. Bei schönstem Wetter also eröffnet Dennis Lisk mit seiner Band am Freitag die Hauptbühne. Heute kein Beginner mehr, dafür mit musikalischem Neubeginn und ungewohnt wenig Sprech-, mehr Gesang, vielfältig orchestriert und von zwei Damen am Gesang unterstützt. Er richtet den „Blick nach vorn, schau(t) zurück“, fragt immer wieder: „Kennt ihr mich? Ich bin Dennis Lisk und mein Album heißt ‚Suchen und Finden’“. Dennis Lisk macht nicht den abgebrühten Eindruck einer altgedienten Rampensau. Würde aber auch nicht zur neuen Karriere passen. Danach spielt Ganjaman, ein grauer Berliner, der seine Weltanschauung in kritischen Texten kundtut. Ihm brennt die Seele, mir die Kehle. So als Soundtrack for Sunshine geht sein Auftritt aus der Ferne locker durch. Man muss schon genau hinhören, dann singt er von Hunger, Krieg und Leid.

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Text: Christoph Penter
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