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So war das Kommz 2009

Sonne, Seppel’sche und Sorgenfreiheit [11.08.2009]

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Wenn Festivalbesucher schon früh am Tag besorgniserregend schwanken, dann haben sie gerade erst Laufen gelernt. Wenn Großeltern ein Festival mitorganisieren, dass sie als Jugendliche aus dem Boden gestampft haben, dann hat es Tradition. Wenn hundert ehrenamtliche Helfer ohne einen Cent Entlohnung alles geben, dann ist es eine Herzensangelegenheit. Wenn im Dunkel des Nilkheimer Parks Girlanden den Weg weisen und kein einziges Zelt mehr Platz finden würde, dann ist Kommz.[ad]„Eigentlich soll ich ja erst halb zehn anfangen, aber wenn der Soundcheck klappt, kann ich loslegen“, sagt Götz Widmann aus Bonn am Sonntag Abend auf dem Kommz in Aschaffenburg und freut sich, dass er zehn Minuten länger klampfen kann.


Bereits zum Soundcheck spielt er den  Joint-Venture-Klassiker „Hank“ und stimmt damit erste Chorgesänge an.  Zur regulären Spielzeit folgen Ratschläge zur Rettung des Staatshaushalts („Zaubersteuer“) und zur Berufswahl („Bitte lern keinen Sozialberuf“) oder an sich selbst („Meine nächste große Liebe“).  Textsicher skandiert das Publikum „Holland“ und „Zöllner vom Vollzug  abhalten...“ und einhelliger Frohsinn herrscht bei Widmanns jüngeren Werken „Die dritte Hand“ oder „Simone de Beauvoir“.

Unter dem wolkenlosen Nachhimmel freuen sich ein paar Tausend Menschen über drei Tage Sonne, Seppel’sche und fast sorgenfreies Aussteigertum. Bestes Wetter schmückte ein unfassbar gut organisiertes Festival, das definitiv kein kleines ist und fast völlig auf Kommerz verzichtet. Neben viel Musik und Kleinkunst steht immer noch der Gedanke von damals im  Vordergrund: Kommunikation und Miteinander. Über 20.000 Euro spendet die Kommz-Gruppe jedes Jahr für soziale Projekte auf der ganzen Welt. Kommt’s alle, das ist die Botschaft seit 1975. Doch die Ascheberscher Hippie-Jugend hat sich vermehrt, Kinder gezeugt und Freunde von überall  her mitgebracht. Nun droht auch dem letzten deutschen Woodstock der Stempel „Ausverkauft“. In diesem Jahr aber wurde niemand abgewiesen. Und trotz nicht enden wollenden Zugabe-Ansprüchen beschließt Götz Widmann  mit dem endgültigen „ch freu mich, wenn sie lacht".

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Text: Christoph Penter
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