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Das war das Open Source 2009

Mike Skinner dusseled the dorf! [27.07.2009]

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Nett schaut's aus auf dem Open Source

Open Source bezeichnet eine Reihe von Lizenzen, die eine größtmögliche Freiheit für die Distribution und Weiterentwicklung von Software bieten. Open Source bezeichnet auch ein Festival in Düsseldorf, das sich seit der Gründung vor vier Jahren selbst kontinuierlich weiterentwickelt hat: In diesem Jahr überstiegen die erwarteten Besucherzahlen die Kapazität des Löricker Freibads, weshalb man das Festival kurzerhand auf die Galopprennbahn Grafenburg auslagerte. Professioneller Reitsport geht in der öffentlichen Wahrnehmung nicht selten mit Kritik an Privilegiertheit und Exklusivität einher. Ein "Festival für aktuelle Musik" auf einer Pferderennbahn?


Ungewöhnlich, aber es klappt - und es hat sogar einige Vorteile, wenn man bereit ist, sich auf das poshe Ambiente einzulassen: Weiße Glasbauten und Golfspieler hinter der Absperrung stehen Kieswegen und einer überdachten Tribüne gegenüber. Beides sollte noch relevant werden.

Gegen 15 Uhr sollten eigentlich Stabil Elite auf der Hauptbühne stehen, stattdessen arbeiten Tocotronic noch am Soundcheck. Ein Rundgang auf dem Gelände offenbart sowohl diverse Stände von Düsseldorfer Galerien und Street Fashion Labels als auch die lokale Biersorte „Alt“. Die Talentbühne ist noch unbesetzt, auf der Carhartt-Bühne legen Stefan Schneider und Lena Willikens elektronische Walgesänge über einen gemäßigten Beat und steigern sich gemächlich zu brummigeren Sounds. Umstehende einigen sich schnell darauf, von Genre-Diskussionen abzusehen, finden die Musik aber angenehm unaufdringlich. Es nieselt leicht.

16.25 Uhr, der Zeitplan ist aus den Fugen, Stabil Elite krauten sich durch ein ohnehin schon vernieseltes Set als ein Platzregen die Besucher auf die Tribüne und die dort ansässigen Schwalben in ihre Nester treibt. Sensibles Equipment wird mit Handtüchern abgedeckt, die Band fordert derweil trotzdem die volle Aufmerksamkeit von „Düsseldorf, Düsseldorf!“. Obwohl die Sicht von oben durchaus gefällt, trauen sich schon zehn Minuten später die ersten wieder auf den nassen Rasen. Die Band lässt eine Prise mittlerer bis später Neubauten unter ihren Synthi-Arrangements durchschimmern.

Die Nachfolger Er France dagegen finden keinen rechten Draht zum Publikum. Auch das weiße Catering-Zelt auf dem Gelände ist nicht gut besucht, deutlich mehr Zuspruch erntet die Bratwurstbude. Zurück an der Carhartt-Bühne arbeiten der Düsseldorfer Elektronikproduzent Antonelli und zwei Mitglieder des Instituts für Feinmotorik zusammen unter dem Namen Durian Brothers. Ein minimalistischer Marimba-Grundrhythmus à la Steve Reich wird ergänzt durch Synthie-Sounds: Geraschel wie im Inneren eines Ameisenbaus, das Surren einer Fliege, schließlich klebt ein kratziger Drone über einem Dubstep-Bass. Man ist beeindruckt.

Inzwischen ist es 19 Uhr. Während auf der Hauptbühne noch die letzten Töne von Musiccargo verklingen, cuttet Prefuse 73 sein aktuelles Album auseinander und wieder zusammen. „Fountains Of Spring" wird erkennbar, „Digan Lo" und der gesamte Abschnitt von „Hairy Faces" bis „Half Up Front". Guillermo Scott Herren huscht so schnell über Sampler und Notebook, dass es den Live-Hörer fast überfordert. Die Sample-Stakkatos lassen ab einer gewissen Lautstärke nicht selten zu wenig Raum für Melodie und Struktur, eindrucksvoll sind sie trotzdem.

Auch auf der Talentbühne wird es laut: Artwon Artown Artnow mauern gerade eine dichte Verzerrerwand, auf der Hauptbühne passiert das Gegenteil: Hauschka am präparierten Klavier, Schneider TM am Synth und Hildur Gudnadottir am Cello üben sich in Zurückhaltung. Sie haben sich nach eigenen Angaben "vor drei Tagen zum ersten Mal getroffen". Erstaunen in der Menge, die letzten zwei Songs jedenfalls klingen routiniert.

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Text: Roman Lehnhof
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