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So war das Sonisphere Barcelona
Metallica, Metallica, Metallica! [22.07.2009]
Metallica live in Barcelona
Es mag schon ein wenig dekadent anmuten, nur mal eben zum Sonisphere nach Barcelona und wieder zurück zu jetten. Doch Dank der immer noch recht billigen Billigflüge ist dies zumindest für Republik-Nordlichter nicht nur die unkompliziertere, sondern auch die preiswertere Alternative zum Hockenheimring. Dieses Paradoxon, gepaart mit der Tatsache, anstatt der Toten Hosen und In Extremo in den Genuss von Slipknot und Machine Head kommen zu können, macht das Unterfangen bereits im Vorfeld zu einer runden Sache. Da konnten auch die vermeintlich horrenden Getränkepreise, welche zuvor bereits die Sonisphere-Besucher in Nijmegen und Hockenheim traumatisiert hatten, nichts dran ändern. Im Gegenteil – der Vodka/Energie wurde in Halbliterbechern kredenzt und dabei wurde mit Hochprozentigem nicht gegeizt, so dass sieben Euro schon fast angemessen und fair waren. Diesen sich mit einem durchweg fähigen Line-Up der berufswütenden Stromgitarren-Fraktion zur Linken und dem Mittelmeer zur Rechten zu Gemüte führen zu dürfen – das hatte schon was von Urlaub.
Das futuristische Ambiente des Parc Del Forum war als Location für Ottonormalfestivalgänger gleichermaßen gewöhnungsbedürftig wie faszinierend. Im Gegensatz zum Sonisphere am Hockenheimring mit Jahrmarktsbespaßung inklusive, konzentrierten sich die Veranstalter in Barcelona auf das Wesentliche: die Musik. Und davon gab es reichlich, genauer gesagt neun Kapellen auf zwei Bühnen. Den Beginn des markierten die Lokalmatadoren von Soziedad Alkoholika oder kurz – räusper – S.A. „Spaniens härteste Band aller Zeiten“ hatte leichtes Spiel, mit ihrer brachialen Mixtur aus Metal, Thrash, Punk und Hardcore den Platz vor der Main-Stage zu füllen. Die fünf Mitdreißiger gehören bereits seit Jahren zu den Galionsfiguren im spanischen Extrembereich – sicherlich mehr als nur ein Appetizer auf Lamb of God. Die US-amerikanische Metalcore-Formation startete mit einem Dreierpack ihres jüngsten Wutbrockens „Wrath“ ihren etwas mehr als einstündigen Gig. Auf der Second Stage boten sich derweil The Eyes und die französischen Death-Metaller Gojira dem Publikum feil, bevor es für Mastodon galt, ebendort zu begeistern, was ihnen auch durchaus gelingen sollte. Gespannt durfte man im Anschluss auf Southern-Metal der Marke Down sein. Sicher, der Auftritt war handwerklich solide und auch die Songauswahl wusste zu gefallen, doch schwebte irgendwie stets der Geist Dimebag Darrels über den Gig. Es fällt einfach schwer, Phil Anselmos Organ nicht unweigerlich mit Pantera zu assoziieren, was der Frontmann auch (mal wieder) leicht angepisst zur Kenntnis nahm.
Text: Eike Nienhaber
Tonspion, Motor, Regioactive, Rap.de









