Festivals » Nachlesen » So war die Rheinkultur - Tickets, Bands und Infos

04
07

So war die Rheinkultur

Es spielten: Selig, Kilians, Culcha Candela [06.07.2009]

Alle Festivals bei Festivalguide 2012

Das Rheinkultur-Publikum

Selten hat man das mutmaßliche, oberflächliche Zuordnen von Festivalbesuchern zu ihren Bands so schön praktizieren können wie bei der diesjährigen Rheinkultur. Betrunkenes Kind liegt halb-bewusstlos auf dem Boden: Culcha Candela. Betrunkenes Kind pöbelt rum: Culcha Candela. Gesetztere Herrschaften sparen sich ihre Kräfte im Schatten der Bäume auf dem Hügel: Selig. Punkfrisur: No Use For A Name. Fehlten eigentlich nur noch die Onkelz.


Das Get Well Soon-Publikum dagegen ist bunt durchmischt, obwohl sich der leicht angeschickerte Bandkopf Konstantin Gropper nach dem Stück "People Magazine Front Cover" einem doch recht distinktiven Genre zuordnet: "Ich glaub, da hat grad was nicht gestimmt bei dem Lied. Ich bin schon ganz weich in der Birne. Deswegen spiel ich auch in 'ner Gothic-Band."
Schwarz ist tatsächlich die vorherrschende Farbe auf der Bühne und vielleicht auch die am besten passende Farbe zur Musik. Get Well Soon wirken dennoch alles andere als deplatziert in der Helligkeit der 18-Uhr-Sonne auf der vielleicht heißesten Rheinkultur der letzten zehn Jahre. Im Gegenteil, die Kombination Bier und Sonne, vor der ihn seine Mutter einst warnte, schlägt sich sehr vorteilhaft die die Redseligkeit von "Mr. Vielen Dank" nieder. Über das Konzert an sich müssen dagegen hier keine Worte mehr verloren werden.

"Wer ist alles betrunken?" - "Wer will noch viel betrunkener werden?" - Nein, wir sind noch nicht bei Culcha Candela, wir sind bei den Kilians. Zwangsläufig drängt sich die Frage nach der Schnittmenge zwischen Culcha Candela- und Kilians-Fans auf. Auch bei der Band selbst: "Wer von euch findet Culcha Candela cool?" War ja klar, da schreien sie. Nächste Frage: "Wer findet sie nicht cool?" Deutlich lauter, ich ziehe meine Frage zurück.

Die Kilians zeigen sich beeindruckt von der Menge, die sich vor der Roten Bühne eingefunden hat. Mindestens die Hälfte der laut Polizeizählung - Achtung - 171.452 Besucher meint man hier um sich herum versammelt zu haben. Dass man da bei der roten Bühne nicht allzu viel vom Sound mitkriegt, ist ja gemeinhin bekannt. Neu ist, dass einem sogar die Cocktailbar neben der Bühne lauter vorkommt. Gespielt werden: die Strokes. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Highlight des Konzerts ist der Song "Hometown", angekündigt als nächste Single. Wird auch Zeit.

... weiterlesen: [1] [2]



Text: Florian Weber
Share/Bookmark   Auf StudiVZ teilen