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So war das Roskilde

Warum Roskilde? Ein Erklärungsversuch [31.07.2007]

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Roskilde: Nicht zu weit rausschwimmen!
Foto: Philipp Burmester

„Warum fährst du denn nach Roskilde?“ Wie oft ich diese Frage schon gehört habe. Das zu beantworten ist dann wirklich nicht leicht, haben wir doch in Deutschland mehr als genug gut besetzte Festivals. Zudem ist der Weg nach Holland und Belgien auch recht kurz. Meistens bricht man die Diskussion um Reisekosten und gute Bands einfach ab, sobald man feststellt, dass man den eigentlichen Grund für die weite Reise weder erklären noch selber richtig fassen kann. Es ist müßig, zu erzählen, wie schön das Gelände ist, wie großartig die Infrastruktur des Festivals, und wie grandios das nordische Gemüt. Inzwischen hat es sich wohl rum gesprochen, dass es in diesem Jahr wirklich nicht das größte Vergnügen war (siehe Foto). Aber immerhin gehörte ich nicht zu den Leuten, die das Wasser einen halben Meter hoch im Zelt stehen hatten und für die das Festival bereits am Donnerstag schon zu Ende war, als die erste Band die Bühne betrat. Ein bisschen Glück bei der Auswahl des Zeltplatzes gehörte eben dazu.


Daher war am Donnerstag die Musik auch eher nebensächlich, denn bei sintflutartigen Regenfällen hielten es nur Hardcorefans vor der Orange Stage aus, um Volbeat, The Killers oder Björk zu sehen. Dafür versuchten dann etwa 20.000 Menschen bei Arcade Fire einen trockenen Platz zu ergattern. Es tat wirklich gut, sich am Freitag bei besserem Wetter auch einmal ausführlich der Musik widmen zu können. Nachdem die Beastie Boys und Josh Homme mit seinen Queens die Messlatte recht hoch gelegt hatten, sprangen die Dänen von Nephew locker drüber und waren ein würdiger Abschluss eines Tages, der mit Mando Diao, The Sounds, Klaxons, Cold War Kids, Dizzee Rascal, Lee Scratch Perry und In Flames mehr als genug Abwechslung geboten hatte.

Der Samstag war dann noch erholsamer: Das Wetter spielte endgültig wieder mit. Zu entspannt sollte man so einen Tag aber nicht angehen lassen. Denn wer erst zu The Who das Festivalgelände betrat, hatte eine fulminante Flaming Lips Show ebenso verpasst wie Thomas Dybdahl und Machine Head. Aber ein gepflegtes Tuborg am Nachmittag mit den Zeltnachbarn als Beitrag zur Völkerverständigung darf halt nicht fehlen. Das Highlight des Tages war mit Sicherheit der Auftritt von The Who. Trotz stimmlicher Probleme rockten die alten Herren noch wie in ihren besten Tagen. Das konnte man dann von den Red Hot Chili Peppers nicht behaupten, die nach langer Zeit mal wieder ihren Ruf als schlechte Liveband aufleben ließen. So war es die richtige Entscheidung, den Tag mit einer Portion Köttbullar und einigen weiteren Bieren mit den schwedischen Nachbarn ausklingen zu lassen.

Am Sonntag ist dann immer zuviel Wehmut, Heimweh und Abbaustress zu bewältigen, als dass man noch viele Konzerte genießen könnte. Trotzdem schafften es Muse, vielleicht gerade wegen ihrer etwas melancholischen Art, einen schönen Schlusspunkt für das 37. Roskilde Festival zu setzen. Was bleibt sind ordentlich verschlammte Klamotten, wunde Füße, viele schöne Konzerte und die Freude, im nächsten Jahr wieder hinzufahren. Dann werde ich wieder erklären müssen, warum sich dieser Trip lohnt. Und trotzdem wird man es erst begreifen, wenn man selber dort gewesen ist.



Text: Philipp Burmester
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