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So war das Hurricane 2007

Sex and Matsch and Rock’n’Roll [11.07.2007]

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Arschzeigen, Fucksagen, Fingerlutschen

Da Regen und Schlamm spätestens seit Woodstock zum Grundstock eines ordentlichen Festivals gehören, soll an dieser Stelle auch nicht weiter auf das Wetter beim diesjährigen Hurricane eingegangen werden. Nur soviel: Der großartigen Partystimmung konnte es nichts anhaben - man ist ja schließlich nicht aus Zucker! Oder man hatte sich vorher einfach mit Regenjacken und Gummistiefeln ausgerüstet und somit bestens präpariert. Und das war auch gut so. Denn: Das Hurricane hatte einiges zu bieten! Die New Yorker Noise-Rocker Sonic Youth waren erwartungsgemäß großartig und auch die Arbeitstiere von den Queens Of The Stone Age spielten einen amtlichen Gig, bei dem Frontmann Josh Homme fast regungslos auf der Bühne stand und nur bei der Textzeile „You dance like you fuck“ eine Handbewegung in Richtung Publikum machte, die bedeutete: Na, dann zeigt mal, was ihr drauf habt! Beim Auftritt von Juliette & The Licks konnte man dagegen vor allem die Verbiegungskünste der Frontfrau Juliette Lewis bewundern, die die Zuschauer im Übrigen mit den Worten „I am Juliette, they are the Licks and you are Scheiße” begrüßte.


Mehr Rock´n´Roll geht nicht? Doch: Bands wie Incubus, Me First And The Gimme Gimmes, Less Than Jake und Dropkick Murphys verwandelten das Publikum mehr als einmal in eine tanzende und pogende Masse. Etwas ruhiger ging es da bei Pearl Jam, Placebo und den Manic Street Preachers zu – alle drei legten aber ebenfalls eine großartige Performance hin. Was man auch von Modest Mouse und The Good, The Bad & The Queen sagen kann – nur zeigte sich dort, dass die Bands und ihre Musik nur bedingt festivaltaugliche sind. In Sachen HipHop waren in diesem Jahr Die Fantastischen Vier und die Beastie Boys vorne mit dabei - beide Acts brachten die Köpfe zum nicken und die Ärsche zum wackeln – wie’s in dem Genre immer so heißt. Abgefahren wie immer war die Liveshow der Deichkinder: Die Hamburger hüpften auf Pogosticks über die Bühne und sprangen mit einem Bürostuhl auf einem Trampolin herum.

Also ein Highlight nach dem anderen? Leider nicht. Eine Enttäuschung war vor allem Marilyn Manson, dessen Show in erster Linie aus langweiligen Rock-Klischees wie Arschzeigen, Fucksagen bestand. Nicht gerade überzeugend waren sicherlich auch Bloc Party, wobei die Performance des Londoner Quartetts aufgrund massiver technischen Probleme kränkelte. Zu den Entdeckungen des Hurricane 2007 gehörten dagegen The Sounds aus Schweden, Super 700 aus Berlin, die britische Band McQueen und La Vela Puerca aus Uruguay. Neben Spiel, Spaß und guter Musik gab es in Scheeßel aber auch Politik: Die Kampagne „Laut gegen Nazis“ und die Amadeu Antonio Stiftung zeigten auf dem Festivalgelände deutlich Flagge gegen rechte Gewalt.

P.S: Ach ja, geregnet hat es übrigens auch. Und das ganz schön heftig!



Text: Joachim Wolf
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