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The Verve

Zurück aus der Zukunft [20.05.2008]

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Art-Atzen wie Blur wollten sie nie sein. Die Poleposition im Prollen überließen sie lieber Oasis. Trotzdem mischten The Verve ganz vorne mit im Britpop der 90er-Jahre. Doch bis dahin war es ein langer Weg: Zwei Alben hatten Sänger Richard Ashcroft und seine vier Mitstreiter bereits veröffentlicht, als sie sich im Sommer 1995 kurzerhand auflösten. Ecstasykonsum, Egokollisionen und mangelnder Erfolg hatte das psychedelisch angehauchte Schaffen der Band zum Stillstand gebracht. Doch The Verve waren nur scheintot. Die Schulfreunde konnten musikalisch nicht voneinander lassen.

Als sie 1996 beschlossen, ihr drittes Album „Urban Hymns“ anzugehen, war das, was als Britpop gehandelt wurde, dem Verfallsdatum gefährlich nahe.


Ganz oben in der Hackordnung hatten Blur und Oasis neben ihrem saftigen Beef um die Krone zwar für gute Platten gesorgt, doch weiter unten buhlten heute längst vergessene Bands (Echobelly, Gene, Elastica) um das bisschen Restaufmerksamkeit. Dafür knallte es im Frühsommer 1997 umso heftiger: Mit „Bitter Sweet Symphony“ hatten The Verve einen Song veröffentlicht, der Britpop einen neuen Drall gab. Sie nahmen vorweg, was später bei Coldplay, Keane oder Starsailor bis zur Grenze des Erträglichen perfektioniert wurde: meterhohe Streicherwälle, minutenlanges Pianogedudel und ungebremste Gefühlsduselei.

Doch Ecstasykonsum, Egokollisionen und der riesige Erfolg zeigten erneut ihre Wirkung. Kaum war „Urban Hymns“ aus den Charts verschwunden, erklärten sich The Verve Anfang 1999 zum zweiten Mal für tot. Mediale Lästereien und Richard Ashcrofts Solokarriere rückten eine Reunion in weite Ferne. Bis letztes Jahr das Halleluja für alle Vervisten ertönte: neue Liebe, neue Songs, neue Tour, neues Album. Es soll diesen Sommer, satte elf Jahre nach „Urban Hymns“, erscheinen.




Text: Heiko Reusch

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